Dresdner Schreibschrank

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Dresdner Schreibschrank

Palisander, Nuss, Rüsterknolle und Buchs auf Nadelholz und Eiche, facettiertes Spiegelglas ersetzt, Leder, Messing, graviert und feuervergoldet. A trois corps. Gerade Korpus mit Architektur nach englischem Vorbild. Kommode mit vier Schüben in drei Reihen, schräge Pultlade über drei Schüben, zweitüriger verspiegelter Aufsatz unter Sprenggiebel mit Mittelpostament. Hinter der Pultlade und den Türen aufwändige Kabinettfächerung um jeweils zwei konkave Mitteltüren, zahlreiche Schübe und Geheimfächer, zwei Ablagen für Kerzenleuchter. Ältere Restaurierungen über Schwundrissen. H 248, B 100, T 60 cm.
Um 1730 - 40.

Das hier angebotene Möbel entspricht dem Typus des englischen Schreibschrankes. Dieser entstand Ende des 17. Jahrhunderts unter König William und Königin Mary und entwickelte sich am Beginn des 18. Jahrhunderts unter Königin Anne weiter. Über Holland und Brandenburg gelangte dieser Möbeltyp auch nach Sachsen und erfreute sich dort größter Beliebtheit. Bereits 1733 wurde er als Meisterstück von der Dresdner Tischlerinnung gefordert. Schlichte Formen, Zweckmäßigkeit und eine Vorliebe für schön gemaserte Funiere zeichnen diese Möbel aus. Später entwickeln sich Formen mit gesprengten Giebeln oder bewegten Oberflächen. Dennoch blieben sie einer gewissen ursprünglichen Geradlinigkeit verhaftet.
Beschläge wurden in der Regel zurückhaltend verwendet. Lediglich fein gesägte und gravierte Handhaben prägten diese Möbel. Im Lauf des 18. Jahrhunderts wurden sie modisch angepasst und entsprachen dem bewegten Formwillen des Rokoko, dennoch waren sie immer noch zurückhaltend und überlagerten nicht Oberfläche der Furniere.
Über die Dresdner Tischler und sächsischen Hoftischler ist, wie überhaupt im deutschsprachigen Raum, relativ wenig bekannt. Daher kann hier auch nicht festgestellt werden ob es sich um ein ursprünglich höfisches Möbel handelt oder es sich um eines handelt, das für den ansässigen Adel oder das gehobene Dresdner Bürgertum geschaffen worden ist.

Ein Gutachten von Frau Dr. Gisela Haase vom 16. Januar 2016 liegt vor.

Provenienz

Sammlung Wesendonck, Zürich.
Seitdem in Familienbesitz.

Literaturhinweise

Vgl. Haase, Dresdner Möbel des 18. Jahrhunderts, Leipzig, 1993, Nrn. 74, 76 und 79.

Lot 826 Dα

Schätzpreis:
20.000 € - 30.000 €

Ergebnis:
19.840 €