Große Kanne mit Schneeballenrelief

Große Kanne mit Schneeballenrelief

Porzellan, Aufglasurfarben, polierte Vergoldung, Metallschraube. Zweiteilig gebrannt, verschraubt und verkittet. Durchgängig belegt mit Blütenrelief und plastischen Ballen, darauf Kletterranken, belebt mit exotischen und heimischen Vögeln, ein Pirol, ein Bluthänfling und ein Kakadu mit Fantasiebemalung. Die Henkel als Schilf- und Rankenbündel gestaltet, die Lippenränder und Standringe breit vergoldet. Blaumarke Schwerter mit Schliffstrich darunter, großes schwarzes B., eingeritzt 118 C. 59. Kleine Chips an Blättern und Vögeln. Brandriss innen. H 63,7 cm.
Meißen, spätes 19. Jahrhundert, basierend auf Modellen von Johann Joachim Kaendler.

Inspiriert durch ostasiatische Vorbilder entwickelte Johann Joachim Kaendler die Auflage mit plastischen Schneeballenblüten um 1739. Seitdem wurde der Dekortypus für alle möglichen Porzellanobjekte verwendet, häufig zusammen mit Ranken, die durch Vögel und Insekten belebt sind. Die anbossierten Vögel basierten auf Modellen, die Kaendler vorher als Einzelfiguren auf Baumstümpfen konzipiert hatte.
Die Form der Kanne hat Kaendler ursprünglich für die Elementenvase "Wasser" verwendet. Vermutlich nach dem Siebenjährigen Krieg entstand - vielleicht auf preußische Nachfrage - das Modell mit dem Blütenrelief.

Literaturhinweise

Ein gleiche weiße Kanne in: Festschrift der königlich Sächsischen Porzellanmanufaktur Meissen 1910, S. 57.
S.a. Kaendlers Arbeitsberichte, vor allem Mai 1739 (bei Pitsch, Leipzig 2002, S. 62).

Lot 853 Dα

Schätzpreis:
7.000 € - 9.000 €

Ergebnis:
26.040 €