Auktion 1090, Moderne Kunst, 31.05.2017, 18:00, Köln Lot 284

Henri Laurens, La jeune fille

Henri Laurens, La jeune fille, 1950, Auktion 1090 Moderne Kunst, Lot 284
Henri Laurens, La jeune fille, 1950, Auktion 1090 Moderne Kunst, Lot 284
Henri Laurens, La jeune fille, 1950, Auktion 1090 Moderne Kunst, Lot 284
Henri Laurens, La jeune fille, 1950, Auktion 1090 Moderne Kunst, Lot 284
Henri Laurens, La jeune fille, 1950, Auktion 1090 Moderne Kunst, Lot 284
Henri Laurens, La jeune fille, 1950, Auktion 1090 Moderne Kunst, Lot 284

Henri Laurens

1885 - Paris - 1954

La jeune fille

1950

Bronzeplastik. Höhe 38 cm. Auf der mitgegossenen Plinthe rückseitig links nummeriert und monogrammiert 'HL' (ligiert) sowie mittig mit dem Giesserstempel "VALSUANI CIRE PERDUE" versehen. Exemplar 0/6. - Mit schöner dunkelbrauner Patina.

Provenienz

Galerie Brusberg, Berlin; Privatsammlung Süddeutschland

Ausstellungen

Köln 1955 (Wallraf-Richartz-Museum), Henri Laurens. 1885 - 1954, Kat. Nr. 45; Kaiserslautern 1975 (Pfalzgalerie Kaiserslautern), Henri Laurens. Skulpturen und Graphik, Kat. Nr. 38; Hannover 1985 (Sprengel Museum), Henri Laurens. Skulpturen, Collagen, Zeichnungen, Aquarelle, Druckgraphik, Kat. Nr. 56 mit ganzseitiger Abb. (unser Exemplar); Lille 1992/1994 (Musée d'art moderne Villeneuve d'Ascq), Henri Laurens. Rétrospective, Kat. Nr. 146 mit ganzseitiger Farbabb.

Literatur

Werner Hofmann, Henri Laurens. Das plastische Werk, Stuttgart 1970, mit ganzseitiger Abb. S. 211

Henri Laurens zählt zu den herausragenden Bildhauern des 20. Jahrhunderts. Neben seiner Beschäftigung mit dem Kubismus, ist es vor allem die Gestalt des Menschen, die Laurens in seinem plastischen und graphischen Werk mit großer Ausdauer bildkünstlerisch verhandelt und verwandelt.

Als Plastiker war Henri Laurens vor allem an der Formfindung interessiert und so sind seine Akte immer auch als Lösungsvorschläge plastischer Probleme zu verstehen. Wie wichtig ihm dieses konzeptuelle Moment war, belegt ein Zitat des Künstlers aus dem Jahre 1952: „Plastik bedeutet im wesentlichen Besitzergreifung des Raumes, Konstruktion eines Dings mit Hohlräumen und Volumen, Masse und Leere, deren Variationen und Kontrast, ständige wechselseitige Spannung und endlich deren Gleichgewicht.“ (Henri Laurens in „XXième Siècle“, Nr. 2, Januar 1952, S. 73 f., zit. nach Eduard Trier, Beobachtungen zu Henri Laurens, in: Ausst. Kat. Henri Laurens. Skulpturen, Collagen, Zeichnungen, Aquarelle, Druckgraphik. Bestandskatalog und Ausstellungskatalog, Oeuvreverzeichnis der Druckgraphik, Sprengel Museum Hannover 1985, S. 12). In der Öffnung des Körpers, der fließenden Bewegung von Rumpf und Gliedmaßen vermochte Laurens wie nur wenige Bildhauer, den leeren Raum und das Volumen des Materials zusammenzuführen.

Setzt sich Laurens früheres Werk vor allem mit dem Formenvokabular des Kubismus eines Picasso, Braque oder Gris auseinander, ist die vorliegende Bronze ein Beleg für sein tiefgehendes Interesse an der biomorphen Form, die sich im Dialog von Volumen und Raum findet und auf die fruchtbare Sinnlichkeit der Natur verweist: „Übergang und Erneuerung, Wechsel des Ein- und Ausatmens, Begegnung steigender und sinkender Kräfte. Es zählt zu Laurens' großen schöpferischen Leistungen, daß seine Gestalten diesen Kräftedialog als Form gewordene Lebenserfahrung sichtbar machen, daß sie nicht punktuell, nicht eindimensionaler Zustand sind, sondern ‚plastische Ereignisse', in deren Vielschichtigkeit das Insgesamt der Lebenskurve aufbewahrt ist.“ (Werner Hofmann, Henri Laurens. Das plastische Werk, Stuttgart 1970, S. 48).

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