Auktion 1090, Moderne Kunst, 31.05.2017, 18:00, Köln Lot 449

Franz Wilhelm Seiwert, Sich im Schmerz aufbäumendes Pferd

Franz Wilhelm Seiwert, Sich im Schmerz aufbäumendes Pferd, 1917/1920, Auktion 1090 Moderne Kunst, Lot 449
Franz Wilhelm Seiwert, Sich im Schmerz aufbäumendes Pferd, 1917/1920, Auktion 1090 Moderne Kunst, Lot 449
Franz Wilhelm Seiwert, Sich im Schmerz aufbäumendes Pferd, 1917/1920, Auktion 1090 Moderne Kunst, Lot 449
Franz Wilhelm Seiwert, Sich im Schmerz aufbäumendes Pferd, 1917/1920, Auktion 1090 Moderne Kunst, Lot 449
Franz Wilhelm Seiwert, Sich im Schmerz aufbäumendes Pferd, 1917/1920, Auktion 1090 Moderne Kunst, Lot 449
Franz Wilhelm Seiwert, Sich im Schmerz aufbäumendes Pferd, 1917/1920, Auktion 1090 Moderne Kunst, Lot 449
Franz Wilhelm Seiwert, Sich im Schmerz aufbäumendes Pferd, 1917/1920, Auktion 1090 Moderne Kunst, Lot 449
Franz Wilhelm Seiwert, Sich im Schmerz aufbäumendes Pferd, 1917/1920, Auktion 1090 Moderne Kunst, Lot 449
Franz Wilhelm Seiwert, Sich im Schmerz aufbäumendes Pferd, 1917/1920, Auktion 1090 Moderne Kunst, Lot 449
Franz Wilhelm Seiwert, Sich im Schmerz aufbäumendes Pferd, 1917/1920, Auktion 1090 Moderne Kunst, Lot 449

Franz Wilhelm Seiwert

1894 - Köln - 1933

Sich im Schmerz aufbäumendes Pferd

Um 1917/1920

Rötliche Tonplastik, gebrannt. Höhe 28 cm. Unbezeichnet. - Mit leichten lavierenden Farbspuren. - Altersbedingte leichte Oberflächenpatina. - Stellenweise, vorwiegend im unteren Kantenbereich, mit kleinen Abplatzungen.

Bohnen 358 (dieses Exemplar)

Provenienz

Privatbesitz Köln

Ausstellungen

Köln 1975 (Kölnischer Kunstverein), Vom Dadamax zum Grüngürtel; Köln/ Münster/ Berlin/ Ludwigshafen 1978 (Kölnischer Kunstvereien/ Westfälischer Kunstverein/ Kunstamt Kreuzberg Berlin/ Städtische Kunstsammlung Ludwigshafen), Franz W. Seiwert, Kat. Nr. 358 (dieses Exemplar), mit Abb.

Literatur

C.O. Jatho, Franz W. Seiwert, Recklinghausen 1964, S. 10; Wulf Herzogenrath (Hg.), Vom Dadamax zum Grüngürtel, Ausst. Kat. Kölnischer Kunstverein 1975, S. 94 mit Abb. oben links; Lynette Roth, 1920-33. köln progressiv. seiwert-hoerle-arntz, Ausst. Kat. Museum Ludwig, Köln 2008, S. 40, Anmerkung 36, S.128

Das gegenüber seiner Malerei wenig bekannte plastische Werk Franz Wilhelm Seiwerts liegt hier in zwei seltenen frühen Beispielen vor (siehe auch Los 450). Schon Bohnen bemerkte, wie sehr dieser Teil seiner künstlerischen Arbeit unterschätzt sei: "Von den 64 nachweisbaren Stücken (vornehmlich gebrannte Tonskulpturen, zuweilen Holzobjekte, vereinzelt Gips- und Kunststeinarbeiten) sind 33 verschollen, deren überwiegender Teil vermutlich zerstört ist." (Uli Bohnen, Franz W. Seiwert, Leben und Werk. Ausst. Kat. Kölner Kunstverein 1978, S. 7). Es handelte sich ursprünglich fast ausschliesslich um Unikate oder wenige Abgüsse, die der Künstler selbst zum Teil im Foto dokumentiert hat. Die expressiv modellierten Figuren mögen die Kenntnis rheinischer Romanik und mittelalterlicher Skulptur im weitesten Sinn voraussetzen. Inhaltlich und formal fliessen moderne, abstrakte Ausdrucksmittel ein: "Seiwert, Hoerle und Schmitz [...] gehörten der Generation an, die den 1. Weltkrieg und die Revolution in Deutschland seit ihrem Beginn miterlebte und deren emotionale Betroffenheit mit tieferer historischer Erfahrung korrespondierte; Seiwerts und Hoerles formale Entwicklung wurzelt im Expressionismus, wobei in Hoerles Werk das Verletzende überwiegt, in Seiwerts Werk die Verletztheit." (ebenda, S. 9).

C.O. Jatho erwähnt das "im Schmerz sich aufbäumende Pferd" - "(Krieg, so stand bei uns fest, darf ja schon der Tiere wegen nicht sein!)" - als eine der vielfach verlorenen Kleinplastiken Seiwerts. Von den Originalen habe Seiwert seinerzeit "in Frechen von einem befreundeten Meister" Abgüsse brennen lassen, auch diese seien kaum erhalten (Carl Oskar Jatho, op.cit., S. 10).

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