Auktion 1100, Zeitgenössische Kunst, 02.12.2017, 14:00, Köln Lot 638

Franz West Heimo Zobernig, Freiherr von Knigge

Franz West, Freiherr von Knigge, 1998, Auktion 1100 Zeitgenössische Kunst, Lot 638

Franz West

1947 - Wien - 2012

Heimo Zobernig

Mauthen (Österreich) 1958

Freiherr von Knigge

1998

6 Stühle: Je Stahlrohr, Pressspan und Teppichboden. Je ca. 87 x 44 x 45,5 cm. Je mit Editionsetikett, darauf von beiden Künstlern signiert und nummeriert. Exemplar e.a. 10/15-15/15 einer Auflage von 99 Exemplaren (+15 E.A.) - Mit leichten Altersspuren.

Mit schriftlicher Bestätigung von der Franz West Privatstiftung, Wien, per Email vom 19.10.2017.

Provenienz

Galerie Meyer Kainer, Wien; Dauerleihgabe Albertina, Wien; Sammlung Volpinum, Österreich

Ausstellungen

Sevilla 1998 (CAAC Centro Andaluz de Arte Contemporáneo), Madrid 1999 (Ministerio de Obras Públicas y Transporte), AB Austria Exposición Arquitectura en el siglo XX (andere Exemplare)

Literatur

Kasper König u.a. (Hgs.), Franz West, Autotheater, Ausst.Kat. Museum Ludwig, Köln, Köln 2009, S.177 (andere Exemplare)

Heimo Zobernig, Ausst.Kat. Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien u.a., Köln 2003, S.189 (andere Exemplare)

1998 entstehen 99 Exemplare des Stuhls „Freiherr von Knigge“, den Franz West gemeinsam mit Heimo Zobernig für die Ausstellung für die AB Austria Exposición Arquitectura en el siglo XX in Sevilla entwirft. Der Stuhl basiert auf dem Modell eines früheren weißen Stahlstuhls, der bereits im November 1998 Teil der Installation „Kantine“ im Museum Ludwig ist. Die Sitzflächen und Rückenlehnen aus Pressspanplatten werden mit Teppichbodenbelag in fünfzehn verschiedenen Farben, einem Farbkonzept von Heimo Zobernig folgend, beklebt. Der Titel verweist auf Heimo Zobernigs Buchprojekt „Freiherr von Knigge: Über den Umgang mit Menschen. Heimo Zobernig. Über den Umgang mit Büchern“ von 1990.

Im Oeuvre von Franz West entstehen bereits seit den 1970er Jahren die sogenannten Passstücke, Kunstwerke zum Benutzen, die auf die aktive Beteiligung des Publikums zielen. Das Interesse für Mobiliar ist eine Weiterentwicklung der Passstücke, auf der Suche nach der Grenzüberschreitung durch die Benutzbarkeit des von einem Künstler gefertigten Objektes. Zunächst entstehen seit den 1990er Jahren Sitzgelegenheiten, die in eigenen Installationen (Kantine 1998, Museum Ludwig Köln/ 100 Stühle, 1998 Museum Rooseum, Malmö 1999) oder neben den Werken anderer Künstler positioniert werden. Im Anschluss weitet West die Produktion auf Lampen, Tische, Bücherregale etc. aus. Seine Möbel changieren dabei zwischen Gebrauchsgegenstand und Kunstobjekt, verfolgen das Ziel einer Kunst ohne Grenzen: „Wenn Sie sich hinsetzen, so sitzen Sie mitten in der Kunst. Mich interessiert dabei der Aspekt der Befindlichkeit. Auch der Rezipient, nicht nur der Künstler, sollte also eintauchen, als wäre es eine andere Realität.“ (Franz West, Gespräch mit W. Drechsler, in: J. Schlebrügge und I. Turian (Hg.), Franz West. Gesammelte Gespräche und Interviews, Köln 2005, S.17).

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