Günther Uecker - Ohne Titel

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Günther Uecker

Ohne Titel
1964

Nagelung und Dispersion auf Leinwand. 87 x 87 x 8 cm.

„Mein Körper spielte für die Proportionen meiner Arbeiten von Anfang an eine Rolle. Die Abstände der Nägel zum Beispiel, die ich ja als Lichtartikulationsmittel benutze, hatten ihren Ursprung in den Verhältnissen meiner Hände. Die Dicke meiner Finger waren die Abstände meiner Nägel. Der Zwischenraum war die Proportion meiner Hand. Die Handlichkeit eines Objektes stand immer in Beziehung zu den körperlichen Dimensionen. Wie auch beim Pfeilschießen habe ich immer wieder diesen Zusammenhang herzustellen versucht zwischen meiner limitierten Wahrnehmung und meinen körperlichen Grenzen. Ich glaube, all diese sinnlichen Dimensionen haben Grenzbereiche, die man auch Schönheiten bezeichnen kann. Ausgehend von der menschlichen Proportion wird alles das, was man tut, Schönheit. So stand eigentlich die menschliche Figur, auch wieder transmutierend, immer bei mir im Mittelpunkt; da ich in der Darstellung des Menschen ja auch erzogen bin, habe ich später den Menschen transmutierend immer wieder sichtbar werden lassen in einer neuen Dimension. Und so ist eigentlich das, was ich getan habe, und das, was ich heute tue, wieder ein Beweis, dass es dasselbe ist, was ich tue. Was daran anders ist, ist nur die Verwandlung ein und derselben Ursache.“ (Günther Uecker, 1977, in: München 1993 (Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung), Günther Uecker, eine Retrospektive, Ausst.Kat. o.S.).

Provenienz

Galerie Renée Ziegler, Zürich (mit rückseitigem Aufkleber)

Lot 665 D

Schätzpreis:
100.000 €

Ergebnis:
342.000 €