Zwei Teller aus einem Dessertservice, Geschenk Friedrichs II. an die Prinzessin von Oranien

Zwei Teller aus einem Dessertservice, Geschenk Friedrichs II. an die Prinzessin von Oranien

Porzellan, Emaildekor, Vergoldung. Modell 216, Osier, halb durchbrochen. Der Spiegel komplett bedeckt mit scharfem Korbrelief, in der Fahne sechs durchbrochene Zwickel. Sehr fein gemalter Rosenblütendekor in der Mitte des Spiegels, offene und geschlossene Blüten alternierend in den Bogenfeldern der Fahne, umlaufend begrenzt von einer goldenen Laubkante. Blaumarke Zepter, der frühe Teller mit Pessmarke K. D ca. 23,5 cm.
Berlin, KPM, 1770 und ca. 1780.

Bei der Beschenkten handelt es sich um Friederike Sophie Wilhelmine von Preußen (1751 - 1820), die Tochter des jüngeren Bruders Friedrichs II., August Wilhelm von Preußen. Sie wurde 1767 mit Prinz Wilhelm V. Batavus, Fürst von Oranien und Nassau verheiratet. Das Tafel- und das Dessertservice wurden am 24. Februar 1770 in der Manufaktur bestellt, das Dessertservice am 22. Dezember desselben Jahres ausgeliefert. Der zweite Teller stammt mit großer Sicherheit aus einer Nachlieferung, ca. zehn Jahre später.
Nach den archivalischen Tabellen bei Lenz (1/1913) hatte das Dessertservice folgenden Umfang: "8 Dutzend Teller am Rande durchbrochen, 16 Confect Blätter, 10 Fruchtkörbe, 4 Gelée Näpfe, 2 Terrinnen zu Creme nebst Unterschalen". Es ist beschrieben als "gemahlt mit Rosen-Bouquets und reicher Vergoldung".

Provenienz

1977 erworben bei Hans H Mischell, Köln.
Sammlung Prof. Dr. Gisela Zick.

Literaturhinweise

Ein früher Dessertteller in der Sammlung des Museums für Angewandte Kunst Köln (Beaucamp-Markowsky, Köln 1980, Nr. 228); zwei weitere Exemplare im Kat. Berliner Porzellan, Münster 2006, Nr. 61.

Lot 81 Dα

Schätzpreis:
1.200 € - 1.600 €

Ergebnis:
3.472 €