Deckenleuchte von Henry van de Velde

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Deckenleuchte von Henry van de Velde

Messing, Opalglas, Porzellanisolation, Kabel. Geritzte 4 auf der Oberseite und dem Glas. Beulen in der Verkleidung des Birnengewindes, minimale Randchips am Glas, Lötstellen an den Riegeln des Bajonettverschlusses, Riss im Porzellan. Leuchtkörper H 15,5, D 22,5 cm.
Entwurf 1903, produziert von Theodor Friedrich Otto Seyffahrt in Altenburg, 1904 für das Grafikkabinett der Galerie Arnold in Dresden.

Die Deckenleuchte ist bei Föhl/Neumann folgendermaßen beschrieben: "Glockenförmiger Deckenbaldachin mit Aufhängung über die Elektroschnur. Die Form des Deckenanschlusses wiederholt sich analog im Lampenkörper, der sich aus einem vierpassigen Blech und vier Bügeln zusammensetzt, die eine flache bzw. halbrunde Glasschale halten, die 1903 aus Klarglas, später meist aus Opalglas bestand. Die Varianten unterscheiden sich in den Abmessungen, in der Höhe der Stege sowie in der Form der Glasschalen." (S. 579).
Das Modell hing außer in der Galerie Arnold auch in der Halle der Villa Esche, van de Veldes Salon in der Lassenstr. 29 in Weimar, seit 1908 im Arbeitszimmer im Haus Hohe Pappeln, im Gästezimmer von Gut Lauterbach und in der Villa Hohenhof in Hagen. Ein weiterer Produzent der Leuchte war Otto Bergner in Bad Berka.
Im Gegensatz zu seinen frühren Leuchten hat van de Velde hier eine erste reine Funktionsleuchte konzipiert, die gleichzeitig seinen hohen ästhetischen Ansprüchen genügte. Jedes einzelne Element des Lampenkörpers ist reduziert auf die Maximierung der Lichtwirkung und die Vereinfachung des Fertigungsprozesses und trägt dennoch seine künstlerische Handschrift.

Provenienz

Ehemals Grafikkabinett der Galerie Arnold, Dresden.

Literaturhinweise

Bei Pecher, Henry van de Velde. Das Gesamtwerk, Bd. 1: Gestaltung, München 1981, Nr. 3143.
Bei Föhl/Neumann (Hg), Henry van de Velde. Raumkunst und Kunsthandwerk, Bd. I: Metallkunst, Weimar-Leipzig 2009, Nr. 1.4.2.38.
Weitere Exemplare im Besitz der Klassik Stiftung Weimar, in der Neuen Sammlung München, im Stadtmuseum München, ehemals Sammlung Gunzenhauser, sowie vier weitere in Privatbesitz, von denen dieses Lot eines ist.

Lot 665 D

Schätzpreis:
15.000 € - 20.000 €