Otto Griebel - Ja exzentric muss man sein! (Gästebuchblatt für Fritz Glaser)

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Otto Griebel

Ja exzentric muss man sein! (Gästebuchblatt für Fritz Glaser)
1921

Blei- und Farbstiftzeichnung, mit Briefmarke collagiert sowie mit Ergänzungen in Tinte, auf festem chamoisfarbenen Velin 43,3 x 34,4 cm Unter Glas gerahmt. Mit Bleistift unten rechts signiert 'Griebel' sowie links datiert 'Europa, den 13 XI. 1921/ nach Christus'. In der Darstellung beschriftet und u.a. mit Feder in rot ergänzt 'VOILA C'EST OTTO GRIEBEL'. - Bis auf partielle minimale Randbestossungen und Knickspuren in schöner Erhaltung; leicht gleichmässig gebräunt.

Otto Griebels explizite Karikaturen, die er für die Gästebücher von Fritz Glaser und, zum Teil in gemäßigter Form, auch für andere Freunde und Sammler schuf, haben Berühmtheit erlangt. Der Dresdner Rechtsanwalt Dr. Fritz Salo Glaser (1876-1956) trug in den 1920er Jahren eine beeindruckende Sammlung expressionistischer Kunst zusammen und förderte die Dresdner Künstler um Otto Dix und Otto Griebel, die in seinem gastfreundlichen Haus ein- und ausgingen. In detailreichen, teils kolorierten und mit collagierten Elementen versehenen Zeichnungen, die satirische Texte miteinbeziehen, verewigte Griebel seinen anarchischen Humor. „In den damals populären Gästebüchern hatte Griebel die Möglichkeit, sich für Einladungen erkenntlich zu zeigen und konnte seine in Geselligkeit überbordende humoristische Phantasie ausleben. […] Formal übernahm Griebel bei seinen dezidierten humoristischen Zeichnungen oft Elemente vom Aufbau seiner ‚Zeitbilder' und ebenso die dort etablierte Verflechtung von Bild und Text. Besonders bei den Blättern für Fritz Glaser, die wahrscheinlich meist im Beisein weiterer Künstler und mitunter auch mit diesen gemeinschaftlich entstanden, griff Griebel wohl spontan Themen aus den gerade stattfindenden Gesprächen auf.“ (Johannes Schmidt, in: Otto Griebel. Verzeichnis seiner Werke, Bielefeld 2017, S. 53 f.)

Werkverzeichnis

Schmidt B 58

Provenienz

Dr. Fritz Glaser, Dresden, Nachlaß; R.N. Ketterer, Stuttgart (nach 1956); Kunsthandel München; Galerie Remmert und Barth, Düsseldorf (Ende der 1980er Jahre); Privatbesitz Nordrhein-Westfalen

Literaturhinweise

Gisbert Porstmann/ Johannes Schmidt (Hg.), Otto Griebel. Verzeichnis seiner Werke, Bielefeld 2017, S. 128 mit Farbabb. sowie mit Farbabb. S. 52

Ausstellung

Düsseldorf 1990 (Galerie Remmert und Barth), 10 Jahre Remmert und Barth. 1980 -1990. Ausgewählte Werke, S. 119 Kat. Nr. 69 mit Farbb.; Düsseldorf 2003 (Galerie Remmert und Barth), Mädchenzopf droht dem großen Bären, DADA oder nicht DADA, Kat. Nr. 17 mit Farbabb.; Paris 2005/2006 (Centre Pompidou), DADA, Kat. Nr. 269 mit Farbabb. 4, S. 296

Lot 306 D

Schätzpreis:
15.000 € - 20.000 €

Ergebnis:
19.840 €