Werner Scholz - Verschleierte (Braut)

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Werner Scholz

Verschleierte (Braut)
1931

Pastellkreiden auf chamoisfarbenem dünnen Ingres-Bütten mit Wasserzeichen "MBM (FRANCE) INGRES D'ARCHES" 63,5 x 48,2 cm Unter Glas gerahmt. Unten links mit schwarzer Kreide datiert '31' sowie mit der signierten Widmung 'Herzlich meinem/ Josef Nierendorf/ WernerScholz' [ligiert]. - Das Papier leicht wellig, stellenweise mit kleinen hinterlegten Randeinrissen und Randfalten. Farbfrische originale Erhaltung.

Werner Scholz war ein Meister des Pastells, einer malerischen Technik, die er früh für sich entdeckte und Zeit seines Lebens bevorzugte. Dazu hatte Gadamer schon beobachtet, dass die Anfang der 1930er Jahre entstandenen Werke von Scholz "eine andere Stoffwelt und eine stärker aufblühende Farbigkeit repräsentieren" (Hans-Georg Gadamer, Werner Scholz, Recklinghausen 1968, S. 31). Dies bestätigt sich in den brillant erhaltenen Pastellfarben der "Verschleierten". Das Mädchen ist zwar freizügig, nicht unerotisch, gewandet, erscheint aber wie in bräutlichem Weiß. Motivisch gibt es Bezüge zu dem 1930 entstandenen Ölgemälde "Die Braut" (verschollen, s. Vergleichsabb.).
In markanten Farblagen modelliert, wirkt die im Pastell angelegte Figur weit weniger "gezeichnet" und ist knapp wie kontrastvoll gegen den Papiergrund abgesetzt. Die umgebende leere Fläche wird nicht als ein Non-finito empfunden, sondern fällt zurück und gewinnt quasi suggestive, bildräumliche Qualitäten.
Die Widmung an Josef Nierendorf (1898-1949) unten rechts mag das vorliegende Blatt besonders auszeichnen, sie ist Zeugnis der engen Bindung zu dem Mitbegründer der Galerie "Nierendorf Köln Neue Kunst", die 1925 kurzfristig von Joseph Nierendorf von Köln nach Düsseldorf verlegt wurde. Ab 1926 führten Karl und Josef Nierendorf die Galerie in Berlin unter dem Namen "Galerie Neumann-Nierendorf". Es war Josef Nierendorf, der in den 1930er Jahren das Geschäft in Berlin aufrecht erhielt, während Karl Nierendorf 1937 nach New York expandierte.

Provenienz

Galerie Werner Fischer, Berlin; Privatsammlung Nordrhein-Westfalen

Lot 341 D

Schätzpreis:
8.000 € - 10.000 €

Ergebnis:
11.160 €