Brigitte und Martin Matschinsky-Denninghoff Brigitte Matschinsky-Denninghoff Martin Matschinsky - Afrika IV

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Brigitte und Martin Matschinsky-Denninghoff
Brigitte Matschinsky-Denninghoff
Martin Matschinsky

Afrika IV
1962

Messing und Zinn. 300 x 98 x 85 cm. Metallsockel 15 x 110 x 100 cm. - Mit leichten Altersspuren.

Das Werk ist vor unserer Berliner Repräsentanz zu besichtigen.
Für weitere Informationen: Tel +49 30 27876080


Das Künstlerehepaar Brigitte und Martin Matschinsky-Denninghoff erhält 1959 den ersten Prix Bourdelle, benannt nach dem Bildhauer Antoine Bourdelle, und bezieht preisbedingt 1961 ein Atelier in der rue Cels im 14. Arrondissement in Paris. Hier entsteht neben anderen die monumentale Skulptur Afrika IV; sie wird 1962 im Deutschen Pavillon in Venedig ausgestellt.
Seit 1955 arbeiten die Künstler zusammen. Individuelle Begabungen lassen sie gemeinsam ein außergewöhnliches, beharrendes bildhauerisches Werk gestalten, in dem stets die Linie, der Stab in Messing, Kupfer und später Chromnickelstahl, Ursprung und Ausgang ist. Das sie verbindende, zusammenschweißende Element ist Zinn. Feine, frei wie rhythmisch in Form gebrachte Stabelemente entwickeln sich dynamisch zu lebhaften Gegensätzen mit immer größer werdenden Bündelungen aus dickeren Metallstäben und -rohren. Sie verlieren mit der Zeit den Habitus des Modellierten und verändern sich zu festen Konstruktionen aus Flächen und Formen.
In der künstlerischen Entwicklung ihres Werkes zeigt sich ab Mitte der 1950er Jahre eine augenfällige Übereinstimmung mit Arbeiten von Antoine Pevsner, bei dem Brigitte Meier-Denninghoff nach dem Studium im Atelier arbeitet, der dünne Metallstäbe zu konkaven und konvexen Volumen zusammenlötet, deren Flächen sich durchdringen, verschränken und beugen. Die Künstlerin kennt diese Vorstellung von modellierbarem Material zu suggestiven Körpern bereits aus ihrer Studienzeit bei Henry Moore 1949/1950. In diesem Sinn verbreiten die in Paris 1961/1962 entstehenden Arbeiten mit den hohen, eine Haut um einen Hohlraum bildenden Stabelementen, eine massive Körperlichkeit, die durch die oben und unten ausgefransten Konturen eine spielerische Leichtigkeit zurückgewinnt. „Das Strukturmuster“, so Johannes Langner 1992 zum plastischen Werk Matschinsky-Denninghoffs, „lässt sich mit der französischen Backsteingotik vergleichen, etwa mit dem Außenbau der Kathedrale von Albi, ohne das damit eine direkte Quelle der Inspiration benannt sein soll. Die Künstler selbst verweisen mit dem Titel Afrika, den sie einer Reihe von Arbeiten diesen Typs gegeben haben, in eine andere Richtung. Er lässt etwa an Flechtwerk aus vegetabilen Material denken, das sich bald pfahlartig streckt, wie von einem inneren Sog, um die eigene Achse zusammengezogen, bald voluminös setzt, ein Gebilde zwischen Korb und Hütte.“ (Johannes Langner, Wandel und Entfaltung, Zum plastischen Werk von Matschinsky-Denninghoff, in: Georg-W. Költzsch, Matschinsky-Denninghoff, Monographie und Werkverzeichnis der Skulpturen, Köln 1992, S.94).

Werkverzeichnis

Schwarz 129

Zertifikat

Die Skulptur war jahrzehntelang als Leihgabe ausgestellt in der Neuen Nationalgalerie, Berlin. Zuletzt war ihr Standort auf der Terrasse von Schloss Bellevue in Berlin.

Provenienz

Direkt von der Künstlerin; Marlborough International Fine Art

Literaturhinweise

Deutsche Bank Berlin (Hg.), Skulptur Berlin, Berlin 1988, S.8 mit Abb.
Manfred de la Motte (Hg.), Matschinsky-Denninghoff, Dokumentation 26, Ausst.Kat. Galerie Hennemann, Bonn 1980, o.S. mit Abb.
Jürgen Morschel, Deutsche Kunst der 60er Jahre, Plastik, Objekte, Aktionen, München 1972, S.88 mit Abb.
Staatliche Museen Preußischer Kulturbesitz (Hg.), Bestandskatalog, Verzeichnis der Vereinigten Kunstsammlungen-Nationalgalerie (SMPK), Galerie des 20. Jahrhunderts, Berlin 1968, S.356 mit Abb.
Metro (Hg.), International Directory of Contemporary Art, Mailand 1964, S.233 mit Abb.
Art International, The XXXI. Venice Biennale, Paris 1962, S.67 mit Abb.

Ausstellung

Berlin 1985 (Akademie der Künste), Matschinsky-Denninghoff, Skulpturen und Zeichnungen 1955-1985, Ausst.Kat.Nr.19, S.92 mit Farbabb.
Berlin 1985 (Neue Nationalgalerie), Kunst in der Bundesrepublik Deutschland 1945-1985, Ausst.Kat.Nr.174, S.136 mit Farbabb.
Hannover 1966 (Kestner-Gesellschaft), Karlsruhe (Badischer Kunstverein), Essen 1967 (Museum Folkwang), Meier-Denninghoff, Ausst.Kat.Nr.6, S.24 mit Abb.6
Berlin 1966 (Haus am Waldsee), Brigitte Meier-Denninghoff, Ausst.Kat.Nr.7, o.S. mit Abb.5
Paris 1963 (Grand Palais des Champs-Elysée), Art Contemporain
Venedig 1962 (Deutscher Pavillon), XXXI. Esposizione Internationale d´Arte la Biennale di Venezia, Ausst.Kat.Nr.89