Sigmar Polke - Ohne Titel

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Sigmar Polke

Ohne Titel
1998

Interferenzfarbe und Acryl auf Karton. 100 x 68,5 cm. Unter Glas gerahmt. Signiert und datiert 'Sigmar Polke 98' sowie mit Widmung. - Mit Atelier- und geringfügigen Altersspuren.

Das Verhältnis von Licht und Farbe ist ein zentrales Thema in Sigmar Polkes Oeuvre, mit dem der Künstler sich wiederholt mit neuen, zum Teil sehr ungewöhnlichen Materialien auseinandersetzt. Der Interferenzfarbe widmet sich Polke ab den 1990er Jahren, in der Folge entstehen zahlreiche Werke, in denen die besondere Ästhetik des Materials hervorgehoben wird. Dabei spielen Zufall und Unkontrollierbarkeit eine wichtige Rolle, Polke schüttet die Farbe direkt auf das Papier oder die Leinwand und bestimmt den Verlauf der Farbe nur bedingt durch die Bewegung des Bildträgers. „Polke trieb seine Materialien bis an einen Punkt, wo die Vernunft strauchelt und die Dinge beginnen, nicht durch die Voraussicht oder das bewusste Handeln des Künstlers Gestalt anzunehmen, sondern durch nichtrationale Bedingungen wie Schwerkraft, Zufall und das Assoziationsvermögen des Unbewussten. Kein binäres System war befriedigend, keine Ideologie anziehend, keine Geometrie verkörperte das Göttliche und keine Wahrheit siegte. Polke war besessen davon, durch den Einsatz des Zufalls zu weniger aufgesetzten und weniger sentimentalen Ausdrucksformen zu gelangen; er wollte seine Materialien von seiner Kontrolle befreien, um die Mühelosigkeit zu unterlaufen und über das hinauszugelangen, was er bereits wusste.“ (Kathy Halbreich, Alibis, Eine Einführung, in: Kathy Halbreich u.a. (Hg.), Alibis, Sigmar Polke, 1963-2013, Ausst.Kat. Museum Ludwig, Köln u.a., München 2015, S.72).

Zertifikat

Wir danken Michael Trier für hilfreiche Auskünfte.

Provenienz

Direkt vom Künstler; Privatsammlung, Berlin

Lot 633 D

Schätzpreis:
70.000 € - 90.000 €

Ergebnis:
68.200 €