Pierre-Auguste Renoir - Le Chapeau épinglé, 2e planche

Pierre-Auguste Renoir - Le Chapeau épinglé, 2e planche - image-1
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Pierre-Auguste Renoir

Le Chapeau épinglé, 2e planche
Um 1898

Original-Farblithographie auf Bütten 61,7 x 50,2 cm (66,9 x 56,8 cm) Mit einer lithographierten Signatur unten rechts in der Darstellung sowie unten links im Rand. Einer von 200 Abzugen. - - Der Rand unregelmäßig beschitten und mit einem kleinen fachmänische sorgfältig restaurierten Einriß im oberen linken Rand.

Dargestellt sind wohl Julie, die 1878 geborene Tochter der Malerin Berthe Morisot, und deren Cousine. Diese Farblithographie wurde von Ambroise Vollard verlegt, der als Galerist Gemälde verkaufte, um sich die Leidenschaft leisten zu können, exquisite graphische Folgen und illustrierte Bücher zu verlegen, sämtlich nur von den besten Druckern und immer auf kostbaren, oft nur für diese Publikationen hergestellten Papieren gedruckt. Der Beginn seiner Verlegertätigkeit war zunächst wenig erfolgversprechend, zwei seiner ersten Mappenwerke fanden kaum Absatz. Der Anfang des Erfolgs kam mit diesem Blatt, das Publikum nahm die schnell vergriffene Farblithographie mit Begeisterung auf. "Le Chapeau épinglé" war aber auch nicht unumstritten, manchen Connoisseurs der Druckgraphik missfiel damals das eher große Format.
Diese Farblithographie, wie beinahe alle von Vollard verlegten Lithographien, wurde von dem noch heute wegen seiner großen technischen Kunstfertigkeit gerühmten Auguste Clot (1858-1936) gedruckt. Im Alter von 11 oder 12 Jahren begann er eine Lehre in der damals größten lithographischen Anstalt von Paris, der Imprimerie Lemercier. Schon in jungen Jahren war Auguste Clot im Hause Lemercier der meist gefragte Experte für den Farbdruck. Wohl um 1893 entschied er sich dann, eine eigene Druckerei aufzumachen, die später von seinem Sohn André bis in die 1950er Jahre weitergeführt wurde. Viele von ihm gedruckte Blätter gehören zu den von Sammlern begehrtesten und meistgesuchten Graphiken des vorletzten Jahrhundertwechsels. Er hat für so unterschiedliche Künstler wie Bonnard, Carrière, Cézanne, Cross, Denis, Fantin-Latour, Manet, Munch, Pissarro, Redon, Renoir, Rodin, Roussel, Signac, Sisley, Toulouse-Lautrec, Vuillard und Whistler gearbeitet.

Werkverzeichnis

Stella 30

Provenienz

Rheinische Privatsammlung; seit 1914 im Familienbesitz

Lot 1019 Dα

Schätzpreis:
60.000 € - 70.000 €

Ergebnis:
83.300 €