Max Beckmann - Kasbek

Max Beckmann

Kasbek
1923

Original-Radierung auf festem handgeschöpften Velin 49 x 21,2 cm (67,5 x 43,4/44 cm) Unter Glas gerahmt. Signiert und links als 'Probedruck' bezeichnet. Probedruck neben den 2 bekannten Probedrucken außerhalb der Auflage von 30 Exemplaren. Vermutlich Verlag Graphisches Kabinett Günther Franke, München. - Sehr schöner gratiger Druck mit dunklem Plattenton, teils geschabt. Im breiten Rand oben mit minimaler Bräunung, Unter- und Oberrand mit sehr kurzem Einriss. - Sehr selten.

„Kasbek“, ein nach einem Gebirge Georgiens genanntes Lokal russischer Emigranten im Berlin der 1920er Jahre, bildet hier die Bühne für eine skurrile Szene. Formatfüllend ist Max Beckmanns öfter porträtierte Muse und Geliebte, die promovierte Sozialökonomin Hildegard Melms, genannt Naila, dargestellt zusammen mit einem Akkordeonspieler. Der Umstand, dass sie abgesehen von einer folkloristisch wirkenden Kopfbedeckung lediglich bekleidet ist mit einem die Brustspitzen entblößenden Mieder und langen Strümpfen, dem Musikanten aber die Sicht mit einer Augenbinde genommen ist, lädt die Szenerie erotisch auf. Gleichsam vereint finden sich die Facetten Bühne und Boudoir im Berliner Nachtleben als Welttheater, dem Masterthema Beckmanns, in dieser Darstellung vereint.
Beckmanns bislang unbekannter, äußerst seltener Probeabzug zeigt in der Ausarbeitung von Helligkeitswerten durch Schabung und Verdichtung der Tonwerte die Arbeitsweise des herausragenden Graphikers.

Werkliste

Hofmaier 281 (nicht genanntes Exemplar)

Zertifikat

Wir danken Mayen Beckmann, Köln, für die wissenschaftliche Beratung.

Lot 227 D

Schätzpreis:
30.000 € - 35.000 €