Blumenstück, ein Rosengarten

Blumenstück, ein Rosengarten

Öl auf Leinwand. Signiert und datiert Mitte links "G. W. VOELCKER. Berlin 1842". H 101, B 82,5 cm

"Der Maler Gottfried Wilhelm Völcker gehört zu den schillerndsten Künstlerpersönlichkeiten der KPM in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Davon zeugen nicht zuletzt zwei eigens zu seiner Person angelegte Akten, die von der KPM und der königlichen Verwaltung geführt wurden. Sie zeichnen das Bild eines sehr begabten, aber innerhalb des straff geführten Betriebs einer preußischen Manufaktur durch wenig Disziplin bezüglich der Arbeitszeit, durch ein langsames Arbeitstempo und trotzdem durch großen Ehrgeiz auffallenden Künstlers. 1802 wurde Völcker Vorsteher der Blumenmaler der KPM. (...) Von Anbeginn seiner Tätigkeit für die KPM führte Völcker eine Art künstlerisches Doppelleben, indem er sich neben der Manufakturtätigkeit als Maler von Ölgemälden profilierte. Zwar betätigten sich auch andere Porzellanmaler künstlerisch in dieser Gattung und stellten ihre Werke auf den Akademie-Ausstellungen in Berlin aus aber keiner tat dies in dem Umfange wie Völcker. Diese intensive Nebentätigkeit, mit der er sich ohne Zweifel auch als „richtiger Maler“ im Berliner Künstlerkreis etablieren wollte, führte dazu, dass Georg Frick in seiner „Geschichte der königlichen Porzellanmanufaktur in Berlin seit ihrer Entstehung“ zu dem Schluss kam, Völcker habe seit seinem Aufstieg zum Malereivorgesetzten 1802 gar nicht mehr auf Porzellan gemalt, habe auch mit den neu entwickelten Porzellanfarben nicht richtig umgehen können und sei als Lehrer bei weitem nicht so gut wie Hermann Looschen gewesen, „um so mehr weil ihm seine Privatbeschäftigung, Blumen und Früchte in Oehl zu malen und seine Kränklichkeit nur zu sehr den Dienstgeschäften entzogen.“ Wenn auch signierte Porzellane und die Einträge in den Akademie-Katalogen belegen, dass Völcker neben seiner Tätigkeit als Vorgesetzter und Zeichenlehrer der Lehrlinge sehr wohl noch Porzellane bemalte, so zeigt das Zitat doch, wie dominant die Ölmalerei in seinem Werk geworden war." (S. 275. f.)
Für die Genehmigung des Abdrucks aus dem Katalog Raffinesse & Eleganz danken wir herzlich Herrn Dr. Samuel Wittwer.

Provenienz

2005 von Ulrich Gronert erworben.

Literaturhinweise

Wittwer (Hg), Raffinesse & Eleganz, München 2007, Nr. 84.

Ausstellung

Raffinesse & Eleganz - Königliche Porzellane des frühen 19. Jahrhunderts aus einer amerikanischen Privatsammlung, Berlin, Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, Schloss Charlottenburg, 28. Juli bis 4. November 2007
Die Sammlung Cohen. Porzellane der grossen Manufakturen 1800 - 1840. Wien, Liechtenstein Museum, 16. November 2007 bis 11. Februar 2008
Refinement & Elegance - Early 19th-Century Royal Porcelain from an American private collection, New York, The Metropolitan Museum of Art, 9. September 2008 bis 19. April 2009

Lot 49 Dα

Schätzpreis:
25.000 € - 35.000 €

Ergebnis:
41.250 €