Seltene Vase mit Bildnis der Jeanne d´Arc

Seltene Vase mit Bildnis der Jeanne d´Arc

Porzellan, Fond in Chamois, Erbsgrün, Rostrot, Apfelgrün und hellem Seladon, weiße pâte-sur-pâte-Malerei, reliefierte Vergoldung. Nicht identifiziertes Modell, kleine Balusterform mit umgeschlagenem geschnittenem Rand. Auf der Schauseite die Profilbüste der behelmten Jeanne d´Arc in Rundrahmen. Rückseitig ein elliptisches Fondfeld mit grotesken Ranken um einen bärtigen Maskaron. Vegetabiler Golddekor. Monogrammsignatur TH im apfelgrünen Fondfeld. Blaumarke Zepter, rote Reichsapfelmarke, schwarze 10 sowie goldene 43., Jahresbuchstabe L mit drei Punkten, Presszeichen. Restaurierter Rand. H 16,7 cm.
Berlin, KPM, 1911, die Bemalung von Hermann Thiele.

Die Malerei in pâte-sur-pâte wurde von der französischen Manufaktur Sèvres 1862 erstmals auf der Weltausstellung in London, der berühmten Great London Exposition, vorgestellt. Meißen konnte erst 10 Jahre später, nämlich 1873, ähnliche Dekore in Schlicker- oder Massemalerei präsentieren und gelangte zu erstaunlichen Ergebnissen mit Produkten, die auch international konkurrenzfähig waren. Die KPM in Berlin beschäftigte sich mit der Technik ab 1880. Die meisten Objekte mit Massemalerei wurden unter Alexander Kips von 1888 bis 1908 angefertigt. Mit den neuen experimentellen Fonds versehen und, auch um die Wertigkeit optisch zu erhöhen, mit Reliefgold verziert, wurden sie zu Spitzenerzeugnissen der Manufaktur.

Literaturhinweise

Zur Technik s. Dietz, Blühende Zeit der KPM, Petersberg 2013, S. 70 ff.
S.a. Siemen (Hg), Impulse. Europäische Porzellanmanufakturen als Wegbereiter internationaler Lebenskultur, Hohenberg 1995, I-338.

Lot 275 Dα

Schätzpreis:
3.000 € - 4.000 €