Seltener Teller für das Breslauer Stadtschloss

Seltener Teller für das Breslauer Stadtschloss

Porzellan, farbiger Aufglasurdekor, Vergoldung. Modell 337, Antikzierat. Die Zwickel oberhalb der Zierate mit blauem Schuppenmuster, dazwischen Blütenfestons. Ein zentrales Bouquet mit einer großen Federmohnblüte und kleinen Kalitten. Verso eine purpurne Blüte über Brandfehler. Blaumarke Zepter, eingepresst + K3. D 27,5 cm.
Berlin, KPM, 1767/68.

Neben Potsdam und Berlin hatte Friedrich II. 1747 Breslau zur Residenz erhoben. Nachdem er dort 1751 das Schloss des Barons von Spätgen erwerben konnte, ließ er es für seine Zwecke umgestalten. Als erstes Residenzschloss wurde es mit einem eigens bestimmten Tafelservice mit dem neu entwickelten Geschirrmodell "Antikzierat" ausgestattet. Das auf 36 Gedecke ausgelegte Service war mit einem Preis von 7.040 Talern eines der teuersten Tafelservice, die Friedrich herstellen ließ. Unser Teller gehört zu den "144 Speise-Teller(n) große Sorte à 6 Rtlr.".

Besonders charakteristisch für den Stil der Blumenmalerei der Frühzeit sind die natürlichen Blumen in einer subtilen Polychromie, Ausdruck des stilprägenden modernen Naturalismus des preußischen Hofs.

Provenienz

Westdeutsche Privatsammlung.

Literaturhinweise

Das Service und seine Entstehung ausführlich besprochen bei Winfried und Ilse Baer, Blumen für den König, Berlin 1992. Zahlreiche Teile aus dem Service, das sich noch 1913 im Hohenzollern-Museum in Berlin befunden hat, abgebildet bei Lenz 1913 (Reprint), Taf. 35 und 36.

Lot 36 Dα

Schätzpreis:
6.000 € - 8.000 €

Ergebnis:
9.375 €