Keksdose

Keksdose

Porzellan mit Biscuitauflagen, nachtblauer Unterglasurfond, Massemalerei, polychromer Aufglasurdekor mit Fondbändern in hellem Violett, Hellblau, hellem Mintgrün, Mimosengelb und mattem Olivgrün, Reliefemails, reliefierte matte und glänzende Vergoldung, Pudergold. Modell 7315, zweiteilig, der Deckel abnehmbar. Auf beiden Wandungsseiten große Nachfalter, über den Henkeln reliefierte Hortensienblüten, auf dem konkaven Plattenrand Ahornfrüchte. Blaumarke Zepter, nicht lesbares unterglasurblaues Zeichen, rote Reichsapfelmarke, schwarze 9425., goldene 28, grüne 63, Modellnummer 7315, Jahresbuchstabe C. H 16,4 cm.
Berlin, KPM, 1903, der Entwurf Emil Rutte, der Dekor nach Adolf Flad.

Die Keksdose ist eine Inkunabel des Berliner Jugendstils. Nicht umsonst ziert sie die Rückseite des legendären Kataloges von Irene von Treskow, die alle Modellnummern von 1896 bis 1914 in jahrelanger Archivarbeit auflistete. In zwei Teilen gebrannt, nämlich Dose mit Untersatz und präzise passendem Gewölbedeckel mit Griffbügel, zeigt sie abgesehen von ihrer beeindruckenden Gefäßgestaltung mit dreipassigem Aufriss alle Techniken, die die KPM um 1900 perfektioniert und die Position des weltführenden Porzellanproduzenten für technisch anspruchsvollste Objekte katapultiert hat: Massemalerei, durable Reliefvergoldung und schönsten Emaildekor mit zahlreichen Edelstein-imitierenden Cabochons.

Provenienz

Eberhard Giese, Köln.
Lempertz Berlin Auktion 922 am 24. Mai 2008, Lot 212.

Literaturhinweise

Ein weitere gleiche Keksdose abgebildet bei Köllmann, Braunschweig 1966, 2. Bd., Taf. 247b (ehemals Slg. W. Weick, Berlin) bzw. diese auch bei v. Treskow, Die Jugendstil-Porzellane der KPM Berlin, München 1971, Nr. 32 (s.a. hinterer Umschlag).

Lot 26 Dα

Schätzpreis:
15.000 € - 20.000 €

Ergebnis:
18.750 €