Vase mit Aldobrandinischer Hochzeit, sog. Nuptialvase aus dem Service vom Eisernen Helm

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Vase mit Aldobrandinischer Hochzeit, sog. Nuptialvase aus dem Service vom Eisernen Helm

Porzellan, Biscuitporzellan, radierte matte und glänzende Vergoldung, matter Kobaltfond. Nicht identifiziertes Modell, zweiteilig gebrannt. Schlanker Vasenkorpus in der Art eines Lekythos auf kurzem konkavem Schaft, aber mit quadratischer Plinthe. Lose aufliegender trompetenförmiger Hals, im Schulterbereich umlegt mit einem üppigen plastischen Blütenkranz, seitlich zwei vollplastische kniende, geflügelte weibliche Genien, Blütenkränze ablegend. Um den zylindrischen Mittelteil des Vasenkörpers das Biscuitrelief mit dem Hochzeitsgelage auf Goldfond mit radiertem Vermiculadekor. Der untere Teil des Vasenkörpers mit mattblauem Fond, darauf feine goldradierte Arabesken und zwei Fruchtkörbe. Innen eine Rosettenauflage aus Biscuit, eine Bronzemontierung imitierend, in einem Kranz aus fünf Brandöffnungen. Blaumarke Zepter mit roten Unterstrich, Ritznummern 54 und 4. H 46,2 cm.
Berlin, KPM, um 1818.

Das Modell von 1793 hatte der Modellmeister Riese als Porzellanlampe nach dem Vorbild einer vasenförmigen Alabasterlampe gefertigt, die der Berliner Akademieprofessor Friedrich Rehberg zuvor zu Studienzwecken aus Rom geschickt hatte. Die Popularität der "Nuptial Vase" bot später den Anlass für die Ergänzung durch das vorliegende Modell. Die Szene zeigt die reliefierte Umsetzung eines römischen Freskogemäldes aus augusteischer Zeit, das nach dem ersten Besitzer, Kardinal Cinzio Passeri Aldobrandini, benannt ist und sich seit 1818 in der vatikanischen Bibliothek befindet.

Die Vase gehört zur Tafeldekoration des Services vom Hessischen Orden vom Eisernen Helm, das sich fast vollzählig im Besitz des Hauses Hessen erhalten hat. Der Namen geht zurück auf das 1814 gestiftete Ordenskreuz, auf dem ein plastischer eiserner Ritterhelm appliziert ist. Der hessische Kurprinz Wilhelm bestellte vermutlich 1818 das Service bei der KPM. Es übertraf an Umfang alle sechs Feldherrenservice ebenso wie das Service für den Herzog von Wellington. Allein 520 Speiseteller und 300 Dessertteller sowie viele andere Teller für die unterschiedlichen Speisefolgen wurden produziert. Einige der zur Tafelzier verwendeten Objekte tragen genau wie bei der Nuptial Vase plastische Blütenranken aus Biscuitmasse, wie z.B. die Frucht- und Konfektschalen.

Provenienz

Berliner Privatsammlung.
Lempertz Köln Auktion 986 am 18. November 2011, Lot 189.

Literaturhinweise

Vgl. Wittwer (Hg), Raffinesse & Eleganz, München 2007, Abb. 137, S. 65.
Eine zweite dieser Vasen noch im Besitz der Hessischen Hausstiftung, Inv.Nr. FAS Pe 685/a-b (Kat. Orden auf königlichem Porzellan, Petersberg 2013, Nr. 3.21).

Lot 40 Dα

Schätzpreis:
25.000 € - 35.000 €

Ergebnis:
48.750 €