Auktion 1134, Moderne Kunst, 31.05.2019, 17:00, Köln Lot 275

Hans Purrmann, Villa Gorki

Hans Purrmann, Villa Gorki, 1951, Auktion 1134 Moderne Kunst, Lot 275

Hans Purrmann

Speyer 1880 - 1966 Basel

Villa Gorki

1951

Öl auf Leinwand. 44 x 51,5 cm. Gerahmt. Unten links orangefarben signiert 'H. Purrmann'. - Zwei winzige Farbausbrüche am rechten oberen Rand.

Lenz/Billeter 1951/22

Provenienz

Nachlass Elisabeth Heintz, Montagnola (direkt vom Künstler erhalten); Privatbesitz Baden-Württemberg; Hans Purrmann Haus, Speyer (Dauerleihgabe 2010 - Feb. 2019)

Ausstellungen

Speyer 2010 - Feb. 2019 (Hans Purrmann Haus), Dauerausstellung Hans Purrmann und Mathilde Vollmoeller-Purrmann

Seit 1943 in Montagnola im Tessin lebend, zieht es Hans Purrmann während der Sommermonate regelmäßig in den Süden Italiens, zumeist nach Ischia. 1951 und 1952 hält er sich allerdings im Sommer in Sorrent an der Bucht von Neapel auf. Neben reinen Landschaften reizen den gerade in Deutschland mit der Ehrenbürgerschaft seiner Heimatstadt Speyer und mit dem Bundesverdienstkreuz Geehrten vor allem Architekturmotive, so auch die Villa Gorki, die er 1951 öfter festhält. Das Gebäude ist benannt nach dem russischen Schriftsteller Maxim Gorki (1868-1936), der dort von 1922 bis 1932 im Exil mit seiner Familie lebte und vor allem an seinen „Erinnerungen an Lenin“ arbeitete.

Auf seinen italienischen Reisen in den 1920er Jahren hatte Purrmann bereits mehrfach die Villa Gorki malerisch festgehalten (vgl. Lenz/Billeter 1922/18; 1922/19; 1924/16-18); es wird angenommen, dass Purrmann seinerzeit gegenüber der Villa wohnte. So ist das hier angebotene Gemälde gleichsam als Teil einer malerischen Reise Purrmanns in die Vergangenheit zu verstehen.

Das für Purrmanns Werk seit den 1950er Jahren charakteristische dichte Bildgefüge ist auch im vorliegenden Gemälde auffällig. Eingebettet in eine üppige Vegetation von Bäumen und Sträuchern, thront die markante Villa terrakottafarben in der Bildmitte. Die sonst so starke Farbigkeit Purrmanns ist hier zugunsten einer abgestuften Nuancierung etwas zurückgenommen, wozu ein milchig-blauer, leicht diesig wirkender Himmel beiträgt.

Die „Villa Gorki“ stammt aus dem Besitz von Elisabeth Heintz, die über lange Jahre Purrmanns Sekretärin und enge Vertraute in seiner Tessiner Zeit war und der er eine Reihe von Werken vererbte.

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