Salvador Dali Y Domenech - Le Violon

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Salvador Dali Y Domenech

Le Violon
1966

Silberobjekt, mit aufgestecktem vergoldeten Kopf Höhe 53 cm. Breite 21,5 cm. Tiefe 7 cm In einem schwarzen, lederkaschierten und mit rotem Samt ausgekleideten Kasten. Rückseitig signiert und betitelt 'Dalí Le VIOLON' und auf der rechten Seite mit der Exemplarnummer, der Materialbezeichnung "PLATA" und der Nummer "B 741" versehen. Exemplar 5/8 + 4 Exemplare p.a. Edition Claude Cueto. Gießerei Exametal, Barcelona. - Partiell minimalst oxidiert.

Salvador Dalís Hang zu erotischer und morbider Thematik vereinigt sich in „Le violon“ - eine Assemblage aus dem Musikinstrument, einem weiblichen Rückenakt und dem Schädel eines südamerikanischen Bergozelots. Darstellungen von Schädeln und Instrumenten sind wiederkehrende Motive im Oeuvre des Künstlers, der weibliche Akt ist als Thema allgegenwärtig.
Die morphologisch naheliegende Verbindung der weiblichen Rückenform und den Umrissen der Violine fand bereits Man Ray in seiner ikonischen Photographie „Le violon d'Ingres“ von 1924, auf die Dalí hier Bezug nimmt.
Zugleich ist die Vereinnahmung und Verfremdung des Instruments eine augenzwinkernde Abrechnung Dalís mit der Musik. In seinen Lebenserinnerungen beschreibt der Künstler eine Begebenheit aus seiner Schulzeit: „Einmal suchte ich mir einen Violinschüler, den ich sehr flüchtig kannte und für den ich wegen seiner künstlerischen Begabung eher ein Gefühl der Bewunderung hegte, als Opfer aus. […] Seine Haltung in diesem Moment konnte nicht vorteilhafter sein. Ohne zu zögern ging ich zu ihm und gab ihm einen furchtbaren Tritt in den Hintern. Dann sprang ich auf seine Geige, zertrampelte sie in hundert Stücke und rannte wie ein Hase davon. […] der Literaturlehrer, der zufällig in der Nähe war, machte seine Autorität geltend um einzugreifen, und während er sich einen Weg durch die Menge bahnte, bat er um eine Erklärung für den Vorfall. Da entstand in meinem Kopf plötzlich eine erstaunliche Lüge, und ich sagte zu ihm in einem Zug: ‚Ich habe gerade die Geige zerstört, um endgültig und unwiderleglich die Überlegenheit der Malerei über die Musik zu beweisen.' […] Es ist außerordentlich lehrreich zu beobachten, wie ich mit einer improvisierten Lüge, die unter extrem anekdotischen Umständen zustande kam, die Formulierung einer dauerhaften und einheitlichen philosophischen Plattform vorwegnahm, die mit der Zeit noch untermauert werden sollte.“ (Salvador Dali, Das geheime Leben des Salvador Dali, München 1984, S. 152 mit Anm.).

Zertifikat

Mit einer Expertise von Robert und Nicolas Descharnes, Archives Descharnes, Paris, vom 29. September 2008 (Archivnummer 0366)

Provenienz

Privatsammlung Spanien

Literaturhinweise

Robert und Nicolas Descharnes, Dalí. Le dur et le mou. Sculptures & Objects, Paris 2003, Nr. 279-281, S. 117 mit Farbabb. (Bronze, Gips); Robert und Nicolas Descharnes, Dalí. The Hard and the Soft. Sculptures & Objects, Paris 2004, Kat. Nr. 282, S. 117 mit Farbabb. (Silber)

Lot 297 D

Schätzpreis:
40.000 € - 50.000 €