Auktion 1134, Moderne Kunst, 31.05.2019, 17:00, Köln Lot 477

Ker-Xavier Roussel, Bacchanale

Ker-Xavier Roussel, Bacchanale, 1925/1926, Auktion 1134 Moderne Kunst, Lot 477

Ker-Xavier Roussel

Lorry-les-Metz 1867 - 1944 L'Étang-la-Ville

Bacchanale

1925/1926

Öl auf Leinwand, doubliert. 101 x 82 cm. Unbezeichnet. Rückseitig auf dem Keilrahmen mit dem Etikett der Biennale Venedig. Darin neben Künstler und Titel der Leihgeber mit Adresse vermerkt "A. Vollard 28 Rue Martignac Paris" und dem Zusatz "pas à vendre".

Mit einer Foto-Expertise von Jacques Salomon, Paris, vom 6. Juli 1984.

Wir danken Mathias Chivot, Archives Vuillard, der derzeit ein Werkverzeichnis zu Ker-Xavier Roussel erstellt, für freundliche ergänzende Hinweise. Das Gemälde wird in den Catalogue Raisonné aufgenommen.

Provenienz

Ambroise Vollard, Paris; Privatsammlung Frankreich

Ausstellungen

Venedig 193[?], Exposition Biennale Internationale des Beaux Arts ("Bacchanale"); Paris 1947 (Galerie Charpentier), Ker-Xavier Roussel. 1867-1944, mit Kat. (Keilrahmenetikett)

Ker-Xavier Roussel, heute etwas in Vergessenheit geraten, ist mit Édouard Vuillard und Maurice Denis seit der Schulzeit befreundet. Einer vermögenden Pariser Arztfamilie entstammend, studiert er Malerei an der École des Beaux-Arts und der Académie Julian. Er schließt sich der Künstlergruppe der „Nabis“ an. Seine Reisen führen ihn zusammen mit den Freunden Vuillard, Bonnard und Denis nach Italien und Südfrankreich. Die Themen kreisen dementsprechend um bukolische, mythologische Motive, wie auch das hier angebotene Gemälde eine pastorale Szenerie beschreibt: Leicht oder gar nicht bekleidete Figuren finden sich teils in kleine Rangeleien verstrickt in spätsommerlicher bäuerlicher Landschaft. Beherrscht von einem mächtigen Laubbaum, ist die Idylle überfangen von einem tiefblauen Himmel, an dem kleine Schäfchenwolken entlang ziehen.

Der bedeutende Kunsthändler Ambroise Vollard, in dessen Besitz sich das angebotene „Bacchanale“ befand, hat das Werk offenbar derart geschätzt, dass er es zwar zur Kunstbiennale nach Venedig in den 1930er Jahren auslieh, aber mit dem Zusatz „Unverkäuflich“ versah.

Im Museum Winterthur sind großformatige Wandmalereien mit den Jahreszeiten „Frühling“ und „Herbst“ von Ker-Xavier Roussel erhalten. Bei dem vorliegenden Gemälde handelt es sich nach Auskunft von Mathias Chivot um eine ausgeführte Studie zu dem Gemälde „L'Eté“. Sie entstand im Rahmen einer Kommission des französischen Ingenieurs und Industriellen Lucien Rosengart zu einer dekorationen Wandgestaltung, die er 1925 an Roussel in Auftrag gab und die 1926 vollendet wurde.

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