Gerhard Richter - 7.4.88

Gerhard Richter

7.4.88
1988

Aquarell und Bleistift auf Papier. 17 x 23,5 cm. Unter Glas gerahmt. Signiert und datiert '7.4.88 Richter'. Rückseitig signiert und datiert '7.4.88 Richter'.

In den 1980er Jahren beschäftigt sich Gerhard Richter immer wieder in längeren Werkphasen mit der Aquarellmalerei. In den kleinformatigen, leuchtend farbigen Arbeiten, in denen teils auch Bleistift und Ölpastellkreide ergänzend zum Einsatz kommen, lotet der Künstler die schöpferischen Möglichkeiten der Technik aus. Transparenter und deckender Farbauftrag sind gleichermaßen präsent, das unkontrollierte Ausblühen von Farbschlieren wird weitestgehend vermieden. Die Aquarelle entstehen in mehreren Arbeitsgängen, zwischendurch konnte die aktuell aufgesetzte Farbschicht jeweils trocknen. Durch diese Arbeitsweise halten sich der Zufall als charakteristischer Bestandteil der Aquarellmalerei und die Kontrolle des Künstlers über die Farbe die Waage. Es entstehen Bildräume von ausgeprägter Vielschichtigkeit und Dreidimensionalität.
Im Frühjahr 1988 erarbeitet Richter eine umfangreiche Werkreihe von kleinen abstrakten Aquarellen; zwischen dem 17. März und dem 4. Mai 1988 entsteht nahezu täglich eine Arbeit. Aus den teils recht dunkel gehaltenen Kompositionen, in denen Blau-, Rot- und Grüntöne dominieren, sticht das hier angebotene Werk durch sein frisches, helles Kolorit hervor. Zitronengelb und Magentarot sind vorherrschend, die in zarten, transparenten Schichten aufgetragene Farbe liegt wie ein Schleier über dem Papier und lässt die Papierstruktur sichtbar werden.

NB

Werkliste

Gerhard Richter Online-Werkverzeichnis 7.4.88

Provenienz

Galerie Fred Jahn, München; Privatsammlung Olbricht, Essen

Lot 649 D

Schätzpreis:
120.000 € - 150.000 €

Ergebnis:
148.800 €