Peter Lindbergh - Helena Christensen, Mohave Desert, Vogue Italy

Peter Lindbergh - Helena Christensen, Mohave Desert, Vogue Italy - image-1
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Peter Lindbergh

Helena Christensen, Mohave Desert, Vogue Italy
1990

Gelatinesilberabzug um 2000. 24,2 x 36 cm (30,3 x 40,3 cm). Rückseitig mit Filzstift signiert, datiert und betitelt sowie von fremder Hand mit Bleistift Angaben zur Edition und Widmung. Aus einer Auflage von 25 Exemplaren (+ 3 A.P.). - Unter Passepartout montiert.

Über Peter Lindbergh wurde schon viel gesagt, nicht zuletzt anlässlich seines Todes im September dieses Jahres. Er galt als der große Sympathieträger seiner Branche. Der bodenständige Mann polnischer Abstammung, aufgewachsen im Ruhrgebiet, führte, wie er von sich selbst in einem Interview sagte, ein völlig „modefreies“ Leben, was man kaum zu glauben vermag, bedenkt man, in welch aufgeregtem Umfeld er sich bewegte. Er vermied es zeitlebens, Modeschauen zu besuchen, die Mode selbst interessierte ihn wenig. Starke Frauenpersönlichkeiten hingegen haben ihn, angefangen bei seiner Mutter, ein Leben lang begleitet. Lindbergh liebte es, seine Modeaufnahmen auf die Straße zu verlegen, ähnlich wie street photographer Garry Winogrand in seiner Serie Women are beautiful, Anlass für das NRW-Forum in Düsseldorf, die beiden Photographen 2017 in einer Ausstellung einander gegenüber zu stellen. Oft begleitete er seine Modelle stundenlang, sie aus der Distanz photographierend, ohne ihnen Regieanweisungen zu geben oder zu beeinflussen, quasi als ihr Beobachter (der er natürlich ob seiner Rolle nicht war). Seine Aufnahmen zeichnen sich deshalb durch eine außerordentliche Natürlichkeit aus. Die Modelle konnten während der Shootings experimentieren, eigenen spontanen Einfällen folgen, mussten nicht im klassischen Sinne für die Kamera posieren.
Die beiden Dargestellten auf der hier vorliegenden Photographie - Topmodel Helena Christensen und ihr kleiner außerirdischer Begleiter - wirken wie alte Vertraute beim Spaziergang. Das Bild scheint - einem Filmdreh entnommen - eine Geschichte zu erzählen, die geöffnete Autotür im Hintergrund unterstreicht diesen Eindruck: Haben sich die beiden zufällig in der Wüste getroffen? Waren sie zusammen mit dem Auto unterwegs und müssen sich nur kurz die Beine vertreten? Worum geht es in ihrem vertrauten Gespräch? Die Photographie wirft Fragen auf - um die Mode scheint es bei diesem Zusammentreffen der verschiedenen Welten wahrlich nicht zu gehen.

Literaturhinweise

Peter Lindbergh, Images of women, München u.a. 1997, S. 250f. mit Abb.; Peter Lindbergh, Stories, Santa Fe 2002, o.S. mit Abb.

Lot 23 N

Schätzpreis:
10.000 € - 15.000 €

Ergebnis:
11.160 €