Hermann Max Pechstein - Brücke am Morgen I.

Hermann Max Pechstein - Brücke am Morgen I. - image-1
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Hermann Max Pechstein

Brücke am Morgen I.
1922

Aquarell über Kreidezeichnung auf Papier 48,7 x 64,3 cm Unter Glas gerahmt. Unten rechts mit Kreide signiert und datiert 'HMPechstein 1922.' (ligiert) sowie unten links mit Bleistift betitelt 'Brücke am Morgen I.'. - Die obere rechte Ecke mit geschlossenem Einriss. Rückseitig entlang der Blattkanten auf Passepartout-Unterlage montiert.

„In der Gegend um das hinterpommersche Leba fand Pechstein eine Landschaft vor, die in ihrer zeitlosen Abgeschiedenheit und den Gegebenheiten der Natur sehr an sein geliebtes Nidden erinnerte. Eine schmale Nehrung mit einer gewaltigen Wanderdüne trennt hier das offen Meer vom Lebasee, einem weiten Strandsee, der mit seinen schilfbestandenen Ufern und der ruhigen Wasserfläche einen reizvollen Kontrast zum bewegten Meer bot. In den Sonnen- und Lichtbildern aus Leba und Umgebung verbildlichte Pechstein seine Vision einer Lebenswelt, in der Frieden, seelische Erholung und innere Harmonie im Einklang mit der Umwelt möglich schienen. Er erhob mit diesen Himmeln und ihrem Licht die stille Landschaft zu einem zeitlosen Ort, den Wirrnissen und Schwierigkeiten der Gegenwart völlig entrückt.“ (Janina Dahlmanns, Pommersche Paradiese. Max Pechstein in Leba und Rowe, in Ausst. Kat. Max Pechstein. Künstler der Moderne, Bucerius Kunst Forum, Hamburg 2017, S. 149).
Unser großformatiges Aquarell der Brücke über den Mühlengraben in Leba aus dem Jahr 1922 vermittelt eindrucksvoll ein von tiefer Berührung geprägtes Landschaftsverständnis. Durchaus nah am Naturvorbild verwendet Pechstein seine typische Palette von Blau, Rot, Gelb und Grün in zarter, abgeklärter Tonalität. Während in den kühn gesetzten Lichtreflexen der Sonnenstrahlen noch einmal Pechsteins explosiver Expressionismus der Brücke-Jahre aufblitzen mag, kündigen die meisterhaft eingefangene Atmosphäre der dunstigen Morgensonne, die Spiegelungen auf dem Wasser und die ruhig daliegenden Boote bereits sein besonderes Interesse an Atmosphäre und Stimmung der Landschaft an, das sein Werk der folgenden Jahrzehnte so nachhaltig prägen sollte.

Provenienz

Sammlung Julius Morgenroth, Berlin; seitdem Familienbesitz USA

Lot 240 N

Schätzpreis:
40.000 € - 60.000 €

Ergebnis:
80.600 €