Lyonel Feininger - Dorf Niedergrunstedt VI

Lyonel Feininger - Dorf Niedergrunstedt VI - image-1
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Lyonel Feininger

Dorf Niedergrunstedt VI
1914

Kohlezeichnung, mit feinem Tuscherand eingefasst, auf Bütten 24,2 x 30,3 cm Unterhalb der Darstellung mit schwarzer Tusche signiert, datiert und betitelt 'Feininger DORF NIEDERGRUNSTEDT VI SUNDAY. NOV. 8. 1914' - Geringfügig gebräunt.

Im Jahr 1906 kommt Lyonel Feininger erstmals nach Weimar, um seine künftige Ehefrau Julia zu besuchen, die an der dortigen Kunstgewerbeschule studiert. 1913 bezieht der Künstler selbst ein Atelier in Weimar und erkundet fortan bei unzähligen Ausflügen zu Fuß oder mit dem Fahrrad die ländliche Umgebung und die malerischen, historisch gewachsenen Dörfer zwischen Weimar, Erfurt und Jena, um vor Ort Skizzen anzufertigen und vielfältigste Inspirationen für seine Zeichnungen, Aquarelle, Gemälde und Druckgraphiken zu sammeln. Auch die kleine Gemeinde Niedergrunstedt, heute Ortsteil von Weimar, zählt dazu. Kompositorisch meisterhaft setzt der Künstler in der hier vorliegenden Kohlezeichnung die pittoresken Fachwerkhäuser, Brücken und Stiegen des Dorfes in kristallin-abstrahierte Formen um.

Provenienz

Städtische Galerie Frankfurt am Main (rückseitig mit dem Stempel "St. G." (Lugt 2371c) und der Inv.Nr. "701"); 1937 als "entartet" beschlagnahmt, die Arbeit ist im Inventar der Forschungsstelle Entartete Kunst, FU, Berlin, gelistet; Kunsthandel Bernhard Böhmer, Güstrow (1940); seitdem in deutschem Familienbesitz

Lot 312 Dα

Schätzpreis:
20.000 € - 30.000 €

Ergebnis:
19.840 €