Carl Spitzweg - Der Tod beim Festmahl

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Carl Spitzweg

Der Tod beim Festmahl

Öl auf Leinwand. 31 x 54 cm.

Verso auf der Leinwand Nachlassstempel. Am Keilrahmen befestigt ein leicht beschädigter Zettel mit einer Bestätigung von Otto Spitzweg „München 21. August [Jahreszahl verloren]". Bei Wichmann (a.a.O., S. 324) werden zwei weitere Bestätigungen von Otto Spitzweg (11.10.1913 u. 8.2.1916) sowie ein Gutachten von Adolf Alt erwähnt.

Zum faszinierend vielfältigen Oeuvre Carl Spitzwegs gehören neben den exemplarischen Genredarstellungen der Biedermeierepoche und den von der französischen plein-air-Malerei beeinflussten Landschaftsgemälden auch Darstellungen mit biblischem oder wie beim vorliegenden Werk allegorischem Inhalt. Spitzweg stellt sich mit dem Sujet „Der reiche Mann und der Tod" in die lange Tradition der Vanitasdarstellungen, die sich vor allem im Barock außerordentlicher Beliebtheit erfreuten. In diesen Werken ging es darum, an die Vergänglichkeit aller irdischen Dinge, die damit einhergehende Sinnlosigkeit des Reichtums und die kurze Dauer des Lebens zu erinnern.
In einem grisailleartig reduzierten Kolorit gibt Spitzweg seine Darstellung dieses Motivs querformatig vor einem angedeuteten architektonischen Hintergrund wieder. An einer Tafel sitzend nähert sich der reiche Mann einer weiblichen Figur, während eine zweite Frau ihr Glas erhebt. Links unterhalb des reichen Mannes greift der aus der Tiefe heraufsteigende Tod in Form eines Skeletts nach seinem Opfer. Spitzweg hat unser Gemälde mit einer Ölskizze sowie mit Bleistiftzeichnungen zur Figurengruppe (Skizzenbuch 1857) vorbereitet.

Provenienz

Etwa 1927/28 bei der Ludwigs-Galerie, München. - Sammlung Deutsch, München. - Auktion Hugo Helbing, München, 12.5.1931, Lot 140 (Taf. 33). - Auktion Koller, Zürich, 22.5.1977.

Literaturhinweise

Günther Roennefahrt: Carl Spitzweg. Beschreibendes Verzeichnis seiner Gemälde, Ölstudien und Aquarelle, München 1960, S. 206, Nr. 698. - Siegfried Wichmann: Carl Spitzweg. Verzeichnis der Werke. Gemälde und Aquarelle, Stuttgart 2002, S. 324, Nr. 692.

Lot 2541 Dα

Schätzpreis:
40.000 € - 50.000 €

Ergebnis:
37.500 €