Max Slevogt - Stehender Schimmel

Max Slevogt - Stehender Schimmel - image-1
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Max Slevogt

Stehender Schimmel
1902

Öl auf Karton auf Sperrholzplatte 65,5 x 65 cm Gerahmt. Unten rechts schwarz signiert und datiert 'Slevogt 1902'. - Einige wenige Retuschen im linken Bilddrittel.

Tierbildnisse sind im Werk Max Slevogts in den Jahren 1901 und 1902 sehr präsent. Zunächst erarbeitete der Künstler 1901 im Frankfurter Zoo eine Vielzahl von Tierzeichnungen und -aquarellen, die er zu einer Serie von insgesamt 29 Ölbildern von Raubtieren, Affen und Papageien mit ihren Wärtern ausführte. Im Sommer des folgenden Jahres, Slevogt war inzwischen nach Berlin übergesiedelt, widmete er sich einer Reihe von Reiterbildnissen, einer Motivik, zu der er wohl im Frankfurter Atelier Wilhelm Trübners angeregt worden war.
Das bekannteste ist der „Württembergischer Dragoneroffizier zu Pferde“ (Landesmuseum Hannover), als Modell für den jungen Offizier fungierte hier einer der Neffen des Künstlers. Das Pferd, einen stolzen Schimmel, bildete der Künstler im gleichen Jahr in dem hier angebotenen Gemälde auch einzeln ab. In schnellen, sicheren Strichen erfasste er Tier und Landschaft. Das Tier ist nach der Tradition klassischer Pferdebildnisse im strengen Profil dargestellt, die umgebende Landschaft, die hinter dem Anwesen des Künstler in Neukastel verortet werden kann, ist reduziert auf ein leicht ansteigendes Wiesenstück mit dunklem Buschwerk. Die vielfältigen Weiß- und Grautöne des Fells verschmelzen nach oben hin mit dem blau und rötlich nuancierten Weiß des bedeckten Himmels, der die kühle Lichtstimmung des Gemäldes hervorruft. Das Arbeiten unter freiem Himmel bei natürlichem Licht war von nun an von großer Bedeutung für Slevogt, zahlreiche Freilichtbildnisse entstanden in dieser Zeit.

Werkverzeichnis

Vgl. Imiela 1968, Anm. 10, S. 376 ("Schimmelstudie")

Zertifikat

Mit einer Foto-Expertise von Hans-Jürgen Imiela, Mainz, vom 24. Juni 1996

Provenienz

Dorotheum Salzburg, Auktion Klassische Moderne und Zeitgenössische Kunst, 9. Juni 2004, Los 537 ("Stehender Schimmel in pfälzischer Landschaft"); Privatbesitz Rheinland-Pfalz

Lot 21 Dα

Schätzpreis:
40.000 € - 50.000 €

Ergebnis:
45.000 €