Fritz Klimsch - Jugend

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Fritz Klimsch

Jugend
1940/1941

Bronze Höhe 157,5 cm Auf der mitgegossenen Plinthe signiert 'Fritz Klimsch' sowie am Plinthenrand mit dem Gießerstempel "GUSS H. NOACK BERLIN". Lebzeitguss. - Die schwarzgrüne Patina partiell bronzefarben aufgelichtet.

Als Modell für die klassisch anmutende „Jugend“ diente Fritz Klimsch die damals 19jährige Margrit Schlömer. Ihr Freund, der kunstambitionierte junge Jurist Dr. Hanswilly Bernartz, hatte Klimsch im April 1940 ein Aktfoto Schlömers mit der Frage übersandt, ob diese nicht ein ideales Modell für ihn sei. Fritz Klimsch und Margit Schlömer blieben auch in den folgenden Jahren in Kontakt, ihr schenkte der Bildhauer den hier angebotenen Guss in Bronze.
Hermann Braun führt zu der Arbeit aus: „Ein zauberhaftes schlankes Wesen mit hoch angesetztem Busen bietet sich uns mit abgewandtem Blick dar. Die Haltung ist ganz beruhigt und sicher; einzig die Hände verraten einen Rest von Schüchternheit: Es ist, als suchten die Finger in den Handflächen Schutz. Dieses Motiv führt gleichzeitig die nur wenig zurückgenommenen und seitlich ausgestreckten Arme wieder dem Körper zu. Der zur Seite gewandte Kopf mit der zurückgekämmten sehr weiblichen Frisur zeigt ein klares Profil, der Blick ist in die Ferne gerichtet." (Hermann Braun, Fritz Klimsch. Eine Dokumentation, Köln 1991, S. 399).
Die Plastik ist die letzte annähernd lebensgroße Bronzefigur des Künstlers. Sie bildet den ausdrucksstarken Schlusspunkt einer Reihe stehender Mädchenakte des Bildhauers, zu denen auch „Frühling" (1932), „Eva" (1933) und „In Wind und Sonne" (1936) gehören. Klimsch sucht hier nach idealer Schönheit, die ausgewogenen Proportionen und jugendliche Unbekümmertheit miteinander verbindet. Obschon „Jugend“ über eine durchaus strenge Grundhaltung verfügt, schreibt Klimsch der Figur eine unverkennbare Natürlichkeit und Leichtigkeit ein.

Werkverzeichnis

Braun 207

Provenienz

Margrit Schlömer (Geschenk des Künstlers an das Modell); Sammlung Hanswilly Bernartz; Privatsammlung, Rüsselsheim; Galerie Thomas, München; Privatsammlung, Süddeutschland

Literaturhinweise

Uli Klimsch, Fritz Klimsch. Freie Schöpfungen, Stollhamm/Berlin 1949, Kat. Nr. 66/67; Hermann Braun, Fritz Klimsch. Werke, Hannover 1980, Kat. Nr. 38 mit ganzseitiger Abb. S. 92

Ausstellung

Berlin 1942 (Preußische Akademie der Künste), 3. Frühjahrsausstellung. Fritz Klimsch. Sonderausstellung, Kat. Nr. 204

Lot 96 D

Schätzpreis:
60.000 € - 80.000 €

Ergebnis:
112.500 €