Otto Dix - Bildnis Rechtsanwalt Eberhard Ascher

Otto Dix - Bildnis Rechtsanwalt Eberhard Ascher - image-1
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Otto Dix

Bildnis Rechtsanwalt Eberhard Ascher
1953

Öl auf Leinwand 100 x 81,3 cm Gerahmt. Unten rechts hellgrün mit dem Künstlersignum versehen und datiert '53'. - Winziger Farbausbruch am linken oberen Rand. An wenigen Stellen mit geringfügigem Craquelé. Insgesamt in sehr farbfrischer Erhaltung.

Das Ehepaar Ascher lebte in unmittelbarer Nachbarschaft zu Otto Dix in Hemmenhofen am Bodensee, beide Familien waren eng miteinander befreundet. Dr. Eberhard Ascher war als Anwalt für Dix tätig und hatte eine Kanzlei in Wuppertal, wo er sich überwiegend aufhielt.
Seit den frühen 1950er Jahren hatte Dix vermehrt Porträtaufträge von Industriellen, Anwälten, Medizinern, Kunstsammlern und hohen Verwaltungsbeamten, vor allem aus dem Ruhrgebiet und dem Rheinland, erhalten. Während das Porträt von Elisabeth Ascher ein Jahr vor ihrem Tod 1946 in Hemmenhofen entstand (s. vorhergehendes Los), fertigte Dix für das Bildnis von Eberhard Ascher mehrere vorbereitende Zeichnungen 1953 in dessen Wuppertaler Haus an, wo ihm Ascher ein Atelier für seine weiteren Wuppertaler Porträtaufträge zur Verfügung gestellt hatte. In Vorbereitung seines Bildnisses des Wuppertaler Medizin-Nobelpreisträgers Prof. Gerhard Domagk (Löffler 1953/4) schrieb Dix im November 1953 an seine Familie: "Gestern Abend hat Ascher eine kleine Gesellschaft gegeben. Domagk und Herr Kromberg und Frau und noch 3 andere. Ascher ist, glaub ich, sehr geschätzt in Barmen." (zit. nach Ulrike Lorenz (Hg.), Otto Dix. Briefe, Köln 2013, S. 344).
Die Ausführung des vorliegenden Gemäldes fand wiederum in Hemmenhofen statt. Im Hintergrund erkennt man das an das Grundstück der Familie Dix angrenzende Waldareal, in leuchtenden Herbstfarben getaucht, sowie den westlichsten Zipfel des Bodensees, den Untersee, mit dem schweizerischen Ufer.

Werkverzeichnis

Löffler 1953/6; vgl. Lorenz SW 7.1.11-16 (6 vorbereitende Bleistiftzeichnungen)

Zertifikat

Wir danken Rainer Pfefferkorn, Otto Dix Stiftung, Vaduz, für ergänzende Informationen.

Provenienz

Privatbesitz Baden-Württemberg; seitdem in Familienbesitz

Ausstellung

Wuppertal 1964 (Kunst- und Museumsverein), Deutsche Bildnisse des 20. Jahrhunderts: Malerei und Plastik, Kat. Nr. 11; Düsseldorf 1971 (Städtische Kunsthalle), Kunst des 20. Jahrhunderts. Freie Berufe sammeln. Malerei, Plastik, Objekte, Graphik, Kat. Nr. 57

Lot 122 D

Schätzpreis:
25.000 € - 30.000 €

Ergebnis:
40.000 €