Runde Schüssel No. 2 aus dem Schwanenservice

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Runde Schüssel No. 2 aus dem Schwanenservice

Porzellan, polychromer Emaildekor, Vergoldung. Dekoriert mit Muschelrelief und wellig geschnittenem Rand. Im Spiegel die Reliefdarstellung von zwei schwimmenden Schwänen, einem Reiher links im Schilf und einem fliegenden Reiher darüber. Auf der Fahne gestreute kleine indianische Blumen und oben die nicht zentrierte Bemalung mit dem Allianzwappen Brühl-Kolowrat-Krakovský. Blaumarke Schwerter, Dreherzeichen . . für Johann Martin Kittel jr. Restaurierter Randchip links neben dem Wappen, oberhalb des mit einer grünen Blume übermalten Brandfehlers. D 30,5 cm.
Meissen, 1738/39, das Modell von Johann Joachim Kaendler.

Ulrich Pietsch schreibt, dass Kaendler mit der Modellierung der Schüsseln zum Schwanenservice in fünf verschiedenen Größen 1738 begann. Dabei musste er den Entwurf für den kleineren Teller dem Maß der Schüssel anpassen. Pietsch zitiert den Arbeitsbericht, den der Bildhauer als Feierabendarbeit notiert: „Fünf Stück Schüßeln, von No 2 - No 6 nach dem Abfall, in gestalt einer gewachsenen Muschel, worinnen Waßer, worauf 2. Sauber ausgearbeitete Schwäne im Schilff schwimmen nebst einem Fisch Reyher, welcher einen Fisch im Schnabel hält, dergleichen auch einer über dem Waßer flieget, vor Sr. Excellenz den Herrn Reichs Grafen von Brühlen“.
Mit der Realisierung der Schüssel No. 2 wurde sofort begonnen, im Juli war diese Arbeit schon abgeschlossen. Der Former Johann Martin Kittel (1706 - 1762) ist besonders erwähnt für die Modellierung und Bossierung von „21. Schüsseln do, 2. Sorte“. 81 weitere Schüsseln formte der etwas ältere Johann Elias Grund (1703 - 1758). Obwohl die Größe oft modelliert wurde, taucht sie heute selten im Kunsthandel auf. Dennoch besitzen zahlreichen Museumssammlungen die Schüssel No. 2, wobei sich die meisten Stücke in US-amerikanischen Museen befinden. In Deutschland gibt es drei öffentlich zugängliche Schüsseln dieser Größe, eine im Museum für Kunsthandwerk Frankfurt (Inv. Nr. 12131/RF347) und zwei in Schloss Lustheim.

Literaturhinweise

Abgebildet im Kat. Blütenlese. Meißener Porzellan aus der Sammlung Tono Dreßen, München 2018, S. 95, Nr. 62.
Vgl. Rückert, München 1966, Nr. 510 und 511, die Exemlare aus der Sammlung Dr. Ernst Schneider (heute Lustheim, Inv. Nr. ES 1571 und ES 1573).
Vgl. Kat. Schwanenservice. Meissener Porzellan für Heinrich Graf von Brühl, Dresden-Leipzig 2000, S. 28, Abb. 26, S. 157 f.

Lot 638 Dα

Schätzpreis:
10.000 € - 15.000 €

Ergebnis:
18.750 €