Hendrick Cornelisz van Vliet - Interieur der Nieuwe Kerk in Delft mit dem Grab Wilhelms I. von Oranien

Hendrick Cornelisz van Vliet - Interieur der Nieuwe Kerk in Delft mit dem Grab Wilhelms I. von Oranien - image-1
Hendrick Cornelisz van Vliet - Interieur der Nieuwe Kerk in Delft mit dem Grab Wilhelms I. von Oranien - image-1

Hendrick Cornelisz van Vliet

Interieur der Nieuwe Kerk in Delft mit dem Grab Wilhelms I. von Oranien

Öl auf Leinwand. 89 x 69,5 cm.

Kircheninterieure waren damals äußerst populär, aber nur wenige Künstler, wie Hendrick Cornelisz van Vliet, beherrschten die Wiedergabe lichtdurchfluteter Kirchenräume in dieser Perfektion. Geburtsort dieses neuen Bildtypus war Delft. Es wundert daher nicht, dass diverse Interieur-Darstellungen der Oude und der Nieuwe Kerk existieren.
Die hier dargestellte lichterfüllte Basilika zeugt von "außerordentliche[r] Klarheit und Feinheit der malerischen Perspektive und höchstem Reiz des Helldunkels", wie Karl Woermann van Vliets Oeuvre bereits lobend kommentierte.
"Architektonische Porträts" waren zu dieser Zeit nichts Neues, jedoch die Art und Weise der Perspektive war neu. Wie auch bei den Werken von Gerard Houckgeest, wird der Betrachter gezwungen um die Ecke zu sehen. Säulen verstellen den Blick auf den eigentlichen Fokus des Werkes, das Grab Wilhelm I. von Oranien.
Seit der Beisetzung Wilhelm von Oraniens im Jahre 1584 ruhen fast alle Mitglieder des Hauses Oranien-Nassau in der Gruft der Nieuwe Kerk in Delft. Sein Grabmal, welches jedoch von besonderer Bedeutung ist, entstand zwischen 1614 und 1622 im Auftrag der Generalstände durch den Baumeister und Bildhauer Hendrick de Keyser (1565 - 1621). Nach dessen Tod übernahm sein Sohn Pieter die Fertigstellung des Grabes. Als "Vater des Vaterlandes", wie man ihn ehrenhaft bezeichnet, gebührte ihm ein besonders prunkvolles Grab, welches aus 850 Einzelteilen besteht und zahlreiche symbolische Bedeutungen birgt.
Vergleichbare Darstellungen der Oude Kerk und der Nieuwe Kerk in Delft von der Hand des Hendrick Cornelisz van Vliet befinden sich in großen internationalen Sammlungen, wie u. a. dem Museum of Fine Arts in Boston, dem Royal Museum of Fine Arts in Antwerpen, dem Fitzwilliam-Museum in Cambridge/England und dem Mauritshuis in Den Haag. Der Großteil der Gemälde van Vliets ist unsigniert.

Lot 2059 Nα

Schätzpreis:
40.000 € - 60.000 €

Ergebnis:
50.000 €