Tony Cragg - Grenze weg

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Tony Cragg

Grenze weg
2015

Stahl mit Rostpatina. Ca. 39 x 55 x 28 cm. Mit dem Signaturstempel "Cragg". Exemplar 24/35 (+6 A.P.). Edition Bild-Zeitung, Berlin.

Abbildung eines anderen Exemplars.


Von Beginn an hat Tony Cragg sein Verhältnis zum Organischen und deren Widergabe für sich geordnet mit der Entscheidung, Spuren der Natur in ihrer Reduktion nachzuahmen mit der Gewissheit, „dass Plastik die Kraft der Rekonstruktion hat und in sich selbst zum Instrument wahrer Imagination werden kann“. (Germano Celant) So gesehen hat Cragg die Eigenschaften des Materials als Voraussetzung für seine Arbeiten bevorzugt genutzt, eine für ihn über die Jahre typische Bildsprache zu entwickeln, von den Materialbildern aus gefundenem Holzabfall und Plastikteilen bis zu selbstentwickelten wie erfundenen Formen und Objekten. Die Bandbreite von stabilen Kunststoffen und die unendlichen Möglichkeiten, sie zu verarbeiten und zu gestalten, eröffnet dem Bildhauer für seine Bildwerke auch entsprechende Materialien zu entwickeln. Aus der Dominanz des Materials, sei es Kunststoff, Holz, Marmor, Glas, Bronze, Eisen fertigt Cragg bis heute überraschende, bis dato nicht gedachte, geradezu barock anmutende Skulpturen. Die Illusion in den erfundenen Formen ist dabei auffallend und ist vom Künstler eindringlich inszeniert. Die Frage nach dem „Wie“ und dem „Woraus“ geht einher mit der Frage nach dem Sinn der Form. Bei all dem verliert Cragg nie den Blick auf die Ästhetik, die nicht zuletzt in der Oberfläche seinen edelsten Auftritt hat.
Bei gusseisenen Objekten, wie diese hier, gilt dies auf eine ganz besondere Weise. Gegenüber harten Kunststoffen oder Glas hinterlässt der Guss eine sehr sensible und verletzbare Oberfläche, gleichsam eine puderige Patina, die das geglättete Material Eisen nach dem Guss aus sich selbst heraus im Prozess der Oxidation erzeugt. Tony Cragg überlässt der chemischen Reaktion also die Einflussnahme auf das ästhetische Erscheinen seines Bildwerks.

Zertifikat

Mit beiliegendem signierten Photozertifikat des Künstlers.

Lot 136 N

Schätzpreis:
35.000 € - 40.000 €

Ergebnis:
55.000 €