Marcel Broodthaers - Gestalt-Bild-Abbildung

Marcel Broodthaers - Gestalt-Bild-Abbildung - image-1
Marcel Broodthaers - Gestalt-Bild-Abbildung - image-2
Marcel Broodthaers - Gestalt-Bild-Abbildung - image-3
Marcel Broodthaers - Gestalt-Bild-Abbildung - image-4
Marcel Broodthaers - Gestalt-Bild-Abbildung - image-5
Marcel Broodthaers - Gestalt-Bild-Abbildung - image-6
Marcel Broodthaers - Gestalt-Bild-Abbildung - image-7
Marcel Broodthaers - Gestalt-Bild-Abbildung - image-8
Marcel Broodthaers - Gestalt-Bild-Abbildung - image-9
Marcel Broodthaers - Gestalt-Bild-Abbildung - image-10
Marcel Broodthaers - Gestalt-Bild-Abbildung - image-11
Marcel Broodthaers - Gestalt-Bild-Abbildung - image-1

Marcel Broodthaers

Gestalt-Bild-Abbildung
1973

9-teilige Arbeit: je typographisch bedruckte Leinwand. 85 x 100 cm. Einzeln unter Glas gerahmt. - Mit geringfügigen Altersspuren.

Diese Arbeit wird im Rahmen der Vorbesichtigung ausgewählter Werke am 20.Nov./21.Nov. von 10-17 Uhr in unserer Repräsentanz in Brüssel ausgestellt.

Zwischen 1972 und 1975 schafft der belgische Konzeptkünstler Marcel Broodthaers eine Serie mehrteiliger sogenannter Gemälde, die unter dem Titel „Peintures littéraires“ zusammengefasst werden. Die Arbeiten bestehen jeweils aus neun Leinwänden in einer festgelegten Hängung. Es handelt sich nicht, wie der Titel vermuten ließe, um eigenhändige Malerei, sondern um druckgraphische Arbeiten, die unter Aufsicht des Künstlers im Hochdruckverfahren in einer Buchdruckerei entstehen.
Die Darstellung der „Peintures littéraires“ beschränkt sich auf Textschnipsel, die in gleichmäßigen, auf die Bildfläche gesetzten Reihungen die Assoziationsfähigkeit des Betrachters ansprechen.
Das hier vorgestellte Werk zeigt nacheinander auf den in der oberen Reihe hängenden drei Leinwände oben und unten mittig die deutschen Begriffe „gestalt“, „bild“ und „abbildung“. Die darunter angeordneten Leinwände kombinieren an gleicher Position französischsprachige Begriffe wie „Le fou“, „L'armoire“ oder „La méduse“, die sich teils wiederholen. Statt einer Verbildlichung der gegebenen Begriffe sieht sich der Betrachter mit den gleichförmig angeordneten Verweisen wie „fig. A“ oder „fig. 2“ auf vermeintliche Abbildungen konfrontiert - Verweise, die aus wissenschaftlichen Publikationen bekannt sind, hier aber vollständig ins Leere laufen.
„Die „Peintures littéraires“ setzen die Reihe von Fragen fort, die sich Broodthaers bereits vor fast einem Jahrzehnt gestellt hatte, als er sich fragte: ‚Was ist Malerei? Also, sie ist Literatur. Was ist dann Literatur? Also, sie ist Malerei.' […] Broodthaers' Entscheidung zugunsten des Hochdrucks, der bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhundert die Standartdrucktechnik für Bücher war, vereint den Akt des Schreibens mit dem des Malens.“ (Kim Conaty, in: Marcel Broodthaers. Eine Retrospektive, Ausst.Kat, Museum of Modern Art New York u.a., Köln 2016, S. 271)

Zertifikat

Mit beiliegender Entwurfsskizze mit Anmerkungen des Künstlers zu der vorliegenden Arbeit vom August 1973.

Provenienz

Wide White Space Gallery, Antwerpen; Privatsammlung, Antwerpen

Literaturhinweise

Gloria Moure, Marcel Broodthaers, Collected Writings, Barcelona 2012, S. 409 mit Installationsansicht

Ausstellung

Knokke-Zoute 2014 (Galerie Ronny Van de Velde), Conceptual Art, Ausst.Kat., S. 34/35 mit Farbabb.
Brüssel 1974 (Palais des Beaux-Arts), Marcel Broodthaers, Catalogue, Catalogus, Ausst.Kat., o.S. mit Abb

Lot 179 D

Schätzpreis:
350.000 € - 400.000 €

Ergebnis: u. V.
400.000 €