Heinrich Vogeler - An den Frühling

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Heinrich Vogeler

An den Frühling
1899

Mappenwerk mit 10 Original-Radierungen, teils mit Aquatinta, in Grün bzw. Schwarzgrün auf heller Atlasseide, jeweils fest in Original-Passepartout montiert Je 15,7 x 15,7 cm (Sichtmaß inkl. dem Plattenrand) Jeweils auf der Passepartout-Maske mit Bleistift signiert 'HVogeler' (ligiert) und mit dem Künstlersignum (Wappenschild) versehen sowie links unten nummeriert '1.' Exemplar 1 von 10 der nummerierten Vorzugsausgabe. Die Radierungen mit dem gedruckten, in Grün und Gelb kolorierten Titelblatt (rückseitig mit dem Druckvermerk) lose in Ganzpergament-Mappe (35,8 x 27,2 x 4,1 cm). Die Mappe vorderseitig mit der Prägung des von Peter Behrens entworfenen Insel-Signets. Gedruckt von Otto Felsing, Berlin, erschienen im Insel Verlag, bei Schuster & Loeffler, Berlin 1899. - Ohne das bestickte, seidene Einschlagtuch. - Die Radierungen in sehr guter Erhaltung, die Passepartout-Kartons leicht gebräunt mit Braunflecken, Das Titelblatt stärker gebräunt. Die Pergamentmappe mit leichten Altersspuren, minimal verzogen. - Beiliegend der originale, defekte Schutzkarton der Ausgabe.

Heinrich Vogelers Radierungen entfalten eine locker verbundene Folge von landschaftlichen Motiven rund um den Barkenhoff in Worpswede, die zyklisch einen Tag zu umfassen scheinen. Die Mappe umfasst die 10 Graphiken "Die Lerche", "Frühlingsmorgen", "Um Mittag", "Frühlingsblumen", "Froschbraut", "Der Fischer", "Storch überm Weiher", "Vor Feierabend", "Die Amsel" und "Märznacht".
Die bildnerische Poesie des Künstlers gestattet sich dabei alle Freiheiten der Erfindung und der kreativen Umschreibung. Dem in der Natur allenthalben erwachende Frühling widmen sich diese stilisierten Impressionen - von der frühen Begegnung des Künstlers mit der über dem flachen Land jubilierenden Lerche bis zum Funkeln der Sterne über dunklem Gehöft in einer glasklaren, noch kalten, Märznacht. "An den Frühling", 1899 zu Weihnachten erschienen, ist ein Meisterwerk der graphischen Kunst und bleibt ein charakteristisches Beispiel für die eigentümliche Spielart des Symbolismus im deutschen Jugendstil, den Heinrich Vogeler maßgeblich und wegweisend mit initiierte. Seine ästhetischen Konzepte nährten sich aus vielen Quellen. Romantisches mischte sich mit Biographischem, bildkünstlerische Ideale mit Literarischem, englisches Präraphaelitentum mit Japonismus. Die in der Mappe herausgestellten Naturmotive mögen uns in ihrer Auswahl allerdings heute beispielhaft und von prophetischer Bedeutung erscheinen. Sie stehen hinsichtlich allenthalben drohender Verluste weniger für artifizielle und imaginierte, sondern für tatsächlich bedrohte, irdische Paradiese.
Im Zusammenhang mit den Bestrebungen um eine moderne Reform künstlerischer Buchgestaltung und Buchillustration in seiner Zeit ist die Herausgabe der Mappe "An den Frühling“ wesentliches Programm. In der heute höchst seltenen, handgefertigten Vorzugsausgabe mit ihren ausgesuchten Materialien ist sie zudem eine der frühesten bibliophilen Ausgaben des legendär gewordenen Insel-Verlages und als graphisches Gesamtkunstwerk intendiert.

Werkverzeichnis

Rief 24 - 33, jeweils II.a.1.

Provenienz

Geschenk des Künstlers an seine Schwägerin Erna Vogeler, geb. Uhl, seitdem in Familienbesitz

Literaturhinweise

Heinz Sarkowski, Der Insel-Verlag. Eine Bibliographie 1899-1969, Leipzig 1970, Nr. 1841; Theo Neteler, Der Buchkünstler Heinrich Vogeler. Mit Bibliographie, Fischerhude 1991 bzw. Ascona/Unterreit 1998, Nr. II, 22

Lot 503 Dα

Schätzpreis:
15.000 € - 20.000 €

Ergebnis:
17.500 €