Cornelis Kick - Stillleben mit Römerglas, Orange und Zitronen

Cornelis Kick - Stillleben mit Römerglas, Orange und Zitronen - image-1
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Cornelis Kick

Stillleben mit Römerglas, Orange und Zitronen

Öl auf Holz. 43 x 31,5 cm.
Signiert Mitte rechts: Corn. Kick.

Vor tiefdunklem Hintergrund präsentiert uns der Amsterdamer Stilllebenmaler Cornelis Kick genau sieben Objekte, eng aneinander und nahe an den Rand einer Steinplatte gerückt: ein mit Weißwein halb gefülltes Römerglas, eine Orange, eine Zitrone, ein aufgeschnittenes Zitronenachtel, eine dünne Zitronenscheibe, ein kleiner Zitronenkern und ein Messer, dessen elfenbeinerner Griff leicht über die Tischkante hervorragt. Mit diesen wenigen Gegenständen - hinzu kommen noch einige Wassertropfen - schafft Cornelis Kick eine spannungsreich leicht aus der Mittelachse gerückte Komposition, die insbesondere durch den starken Kontrast der strahlend hell wiedergegebenen Früchte zur dunklen Steinplatte und zum tiefdunklen Hintergrund die Aufmerksamkeit des Betrachters auf sich zieht. Das prachtvolle Römerglas hebt sich vom dunklen Hintergrund vor allem durch die meisterhaft gesetzten Lichtreflexe und -spiegelungen ab: Die obere Hälfte des Kelchs wird lediglich durch linienförmige Lichtreflexe am Rand sowie eine flächige Spiegelung an der Wandung wahrnehmbar, im unteren Teil des Kelchs sind es gelbliche Reflexe, die den Eindruck von Weißwein evozieren, und am Schaft wiederum unzählige winzige, punktförmige Lichtreflexe, die die Darstellung der himbeerförmigen Verzierungen erzeugen.
Schon Arnold Houbraken rühmte in seiner 1718/19 erschienenen „De groote schouburgh“ die detaillierte Wiedergabe der Objekte in den Stillleben Kicks. Dennoch gibt der Künstler bis heute Rätsel auf: So wird schon sein Geburtsdatum in der Literatur unterschiedlich mit 1634 oder 1635 angegeben. Neben seiner Tätigkeit als Maler hat Kick möglicherweise einen Laden geführt, sicher erscheint nur, dass er zeitlebens in bzw. vor den Toren der Stadt Amsterdam lebte und zu seinen Schülern die bedeutenden Stilllebenmaler Jacob van Walscapelle und Elias van den Broeck gehörten. Houbraken berichtete in seiner „groote schouburgh“ auch von Portraitdarstellungen des Cornelis Kick („Hy zelf schilderde ook Beelden en Pourtretten“), allerdings sind Bildnisse aus seiner Hand heute nicht mehr nachweisbar. So sind es nunmehr ausschließlich Stillleben, insbesondere Blumenstücke, für die der Künstler bekannt ist, und die wegen ihrer genauen Naturbeobachtung und der brillanten Wiedergabe der Oberflächentexturen und Lichtreflexe geschätzt werden. Insgesamt sind Werke des Künstlers ausgesprochen rar - noch rarer sind seine Stillleben mit Früchten oder kostbaren Gegenständen wie unser vorliegendes Gemälde, das sowohl durch die Monumentalisierung alltäglicher Gegenstände als auch die Atmosphäre der Stille bis heute fasziniert.

Provenienz

Auktion Sotheby-Mak van Waay, Amsterdam, 30.11.1981, Lot 54.

Literaturhinweise

Jan Kelch: Ausst.-Kat. „Holländische Malerei aus Berliner Privatbesitz“, Berlin 1984, S. 66-67, Nr. 31, mit Abb. – Susanne Rütten, in Ekkehard Mai (Hg.): Das Kabinett des Sammlers, Köln 1993, S. 144-145, Nr. 56, mit Abb.

Ausstellung

Holländische Malerei aus Berliner Privatbesitz, Berlin, Gemäldegalerie Staatliche Museen Preußischer Kulturbesitz, 1984, Nr. 31.

Lot 12 Dα

Schätzpreis:
50.000 € - 70.000 €

Ergebnis:
75.000 €