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Lot 3 Dα

Bartholomäus Bruyn d. Ä., zugeschrieben - Heiliger Bischof

Auktion 1168 - Übersicht Köln
08.12.2020, 17:00 - Meisterwerke der Sammlung Bischoff
Schätzpreis: 25.000 € - 35.000 €
Ergebnis: 65.000 € (inkl. Aufgeld)

Bartholomäus Bruyn d. Ä., zugeschrieben

Heiliger Bischof

Öl und Tempera auf Eichenholz. 62 x 23 cm.

Die Tafel bildete wohl ursprünglich den Flügel eines kleinen Altars und zeigt vor einem landschaftlichen Hintergrund einen stehenden Bischof in vollem pontifikalem Ornat. Das ihm beigegebene Attribut der Lilie ermöglicht es nicht, den Heiligen eindeutig zu benennen; vorgeschlagen wurde eine Identifizierung als Hl. Ursicinus. Die noch ganz spätgotische Auffassung in der Darstellung des prachtvollen Ornats lässt an die repräsentative Prachtentfaltung der Heiligen in der Kölner Maltradition denken, wie auch zum Beispiel der um 1500/1503 entstandene "Altar der Heiligen Sippe" (Köln, Wallraf-Richartz-Museum, Inv.-Nr. 165) nicht nur in Gewandgestaltung und Figurenauffassung, sondern auch in den Gesichtstypen eine nahe Verwandtschaft mit unserer Tafel zeigt. Ihre Landschaftsdarstellung in ihrer dunklen Tonigkeit und der Wiedergabe bizarrer Felsformationen hingegen verweist auf den niederrheinisch-niederländischen Raum als weiteren Einflussbereich.
Als Meister unserer Tafel, die somit kölnische und niederländische Anregungen vereint, ist Bartholomäus Bruyn d. Ä. vorgeschlagen worden. Vom Niederrhein stammend lernte er in der Malerwerkstatt von Jan Joest van Kalkar, um dann 1512 nach Köln überzusiedeln, wo er zunächst in der Werkstatt des Meisters von St. Severin tätig war. Mit dem Hochaltar für die Stiftskirche in Essen entstand 1522-1525 sein erstes Hauptwerk, seit der Mitte der dreißiger Jahre wurde er jedoch besonders mit seinen Portraitgemälden weit über Köln hinaus bekannt und berühmt. Unsere Tafel ist in ihrer Gestaltung in die Jahre um 1520 zu datieren, so dass sie in die frühe Kölner Zeit von Bartholomäus Bruyn d. Ä. fallen würde.

Provenienz

Auktion Dorotheum, Wien, 4.12.1973, Lot 18 (als Porträt des Hl. Ursicinus).

Literaturhinweise

Corinna Peuckert, in: Ekkehard Mai (Hg.): Das Kabinett des Sammlers, Köln 1993, S. 8-10, Kat.-Nr. 4 mit Abb.