Der Hl. Nepomuk auf der Brücke
Porzellan, farbiger Aufglasurdekor, Vergoldung. Oblonger Sockel mit Fluss und zweibogiger Brücke. Darüber, auf Wolken schwebend, der kniende Hl. Johannes Nepomuk im Priesterornat mit Hermelincape. Als Assistenzfiguren zwei fliegende Engel und zwei geflügelte Engelsköpfe. Blaumarke Schwerter auf glasiertem Boden. Restauriert. H 25,3, Sockel B 18,5, T 10, 9 cm.
Meissen, das Modell von Johann Joachim Kaendler, 1744.
Im Februar 1744 schuf Kaendler zwei verschiedene Versionen des böhmischen Heiligen Johannes Nepomuk, die bekanntere auf einem Postament mit dem Kruzifix im linken Arm und diese hier vorgestellte, kniend auf der Karlsbrücke in Prag, von der er 1393 auf Geheiß von König Václav (Wenzel) IV. gestürzt wurde, worauf er ertrank. Der um 1350 bei Pilsen geborene Jan Nepomucký oder Jan z Pomuku wurde 1729 von Papst Benedikt XIII. heiliggesprochen und von den Jesuiten 1732 zum zweiten Ordenspatron ernannt. 1736 wurde sein Grab im Veitsdom in Prag von dem Wiener Silberschmied Johann Joseph Wirth nach einem Modell von Antonio Corradini und einer Zeichnung von Joseph Emanuel Fischer von Erlach neugestaltet. Diese Ereignisse mögen dazu beigetragen haben, dass Johannes Nepomuk zu den populärsten und am meisten verehrten Heiligenfiguren des 18. Jahrhunderts zählte.
Literaturhinweise
Der Arbeitsbericht Kaendlers vom Februar 1744 transkribiert von Pietsch, Die Arbeitsberichte des Meissener Porzellanmodelleurs Johann Joachim Kaendler 1706 - 1775, Leipzig 2002, S. 101: "Eine Nepomecenus Fügur Wie selbie auf einer Brücken kniet und 2. kleine Engel neben sich hat, gehöriger Maßen zerschnitten und Zum abformen gegeben."
Eine Ausformung aus dem 20. Jh. verst. Lempertz Köln Auktion 692 am 20. September 2018, Lot 692, zugunsten der Kardinal-Meisner-Stiftung.