Max Slevogt - Crevetten auf Eis

Max Slevogt - Crevetten auf Eis - image-1
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Max Slevogt

Crevetten auf Eis
1913

Öl auf Holz 49,5 x 61 cm Gerahmt. Unten rechts schwarz signiert und datiert 'Slevogt 1913'. - Die Ränder rahmungsbedingt teilweise geringfügig berieben mit einigen wenigen Retuschen. Kleine Farbabplatzung am unteren rechten Rand.

In unserem opulenten Stillleben kulminieren Max Slevogts außergewöhnliches Talent der Beobachtung und seine meisterhafte Auseinandersetzung mit der Farbe als Material. Obschon Slevogt im Laufe seines Lebens verhältnismäßig wenige Stillleben malte, offenbart sich doch gerade in diesen Werken sein besonderes Interesse an der bahnbrechenden Malerei Manets und Cézannes. Slevogt sucht in diesen bisweilen subtil experimentellen Arbeiten weniger nach der naturgetreuen Darstellung des Objektes, als nach dem freien Sehen und dem Erkennen des Gegenstands.
Großzügig wirkt die Wahl der Crevetten als zentralem Motiv, die Slevogt als üppige Portion auf einer Holzkiste um ein monolithisches Stück Eis herum inszeniert. Im Unterschied zu etwa Vincent van Goghs meisterhaft arrangiertem Stillleben mit Muscheln und Shrimps aus dem Jahr 1886 (F 256; Hulsker 1169), richtet Slevogt das Augenmerk noch entschiedener auf die Qualitäten von Licht und vor allem Farbe, die er mit pastosem Pinsel aufträgt und so zu einer Malerei von fast haptischer Qualität gelangt. Mit dem Eis schließlich ergänzt er ein für die Komposition ausnehmend reizvolles Element, das mit seinem opaque-funkelnden Oberflächenglanz in spannungsvollen Kontrast zur leuchtenden Farbigkeit der Schalentiere tritt.
Hans-Jürgen Imiela hat darauf hingewiesen, dass die verhältnismäßig kurzen Beschäftigungen mit dem Thema des Stilllebens bei Slevogt bisweilen eine klärende Funktion übernehmen (vgl. Hans-Jürgen Imiela, Max Slevogt. Eine Monographie, Karlsruhe 1968, S. 257). Tatsächlich entstand unser Gemälde nur kurz vor Slevogts Ägyptenreise, die seinem Werk noch einmal einen entscheidenden Impuls geben würde.

Werkverzeichnis

Imiela 1968, S. 389, Anm. 19 ("Crevetten")

Zertifikat

Wir danken Bernhard Geil für bestätigende und ergänzende Informationen.

Provenienz

Ehem. Sammlung Carl Steinbart, Berlin; Sammlung Georg Schäfer, Schweinfurt; Villa Grisebach, Berlin, Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts, Auktion 25, 30.5.1992, Los 138; Privatsammlung Rheinland-Pfalz, seitdem in Familienbesitz

Literaturhinweise

Kunst und Künstler. Illustrierte Monatsschrift für Bildende Kunst, Jg. XXVII, 1929, Abb. S. 27 ("Crevettenstilleben")

Ausstellung

Berlin 1918 (Freie Secession und Paul Cassirer), Ausstellung zum 50. Geburtstag Max Slevogts, Kat. Nr. 163 ("Krevetten auf Eis"); Berlin 1928 (Preußische Akademie der Künste), Ausstellung zum 60. Geburtstag Max Slevogts, Kat. Nr. 103; München 1964 (Haus der Kunst), Secession. Europäische Kunst um die Jahrhundertwende, Kat. Nr. 529 ("Grosses Crevetten-Stilleben"); Yokohama 1990 (Sogo Museum of Art), Impressionismus in Deutschland, Kat. Nr. 95 mit Farbabb. S. 144 ("Großes Crevetten-Stilleben")

Lot 105 Dα

Schätzpreis:
35.000 € - 40.000 €

Ergebnis:
41.250 €