Albert Renger-Patzsch
Mary Wigman
1931
Vintage, Gelatinesilberabzug. 16,8 x 22,6 cm. Rückseitig mit Bleistift eigenhändig beziffert und mit Photographenstempel sowie von fremder Hand mit Bleistift bezeichnet.
Die Aufnahme zeigt Mary Wigman beim ‚Tanz in den Tod' aus ihrem Solotanz-Zyklus ‚Opfer', der am 1. November 1931 in Dresden uraufgeführt wurde. Albert Renger-Patzsch und Mary Wigman hatten sich gegen Ende der 1920er Jahre in Essen am Museum Folkwang kennengelernt, wo Tanzabende von und mit der Tänzerin stattfanden. Die hier und bei späteren Besuchen des Photographen in Dresden entstandenen Tanzaufnahmen nehmen im Œuvre Albert Renger-Patzschs, der überwiegend als „Der Fotograf der Dinge“ (Otto Steinert) wahrgenommen wird, eine Sonderstellung ein. Anders als seine neusachlichen Landschafts-, Architektur- und Sachaufnahmen weist die hier vorliegende Portraitstudie durch die manierierte Gestik und Mimik der Dargestellten sowie die Lichtführung expressive Merkmale auf, die den künstlerischen Ideen der Ausdruckstänzerin Wigman auf kongeniale Weise entsprechen.
Wir danken Jürgen Wilde, Zülpich, und Garnet Schuldt-Hiddemann, Deutsches Tanzarchiv Köln / SK Stiftung Kultur, für hilfreiche Informationen.
Provenienz
Sotheby's New York, 17. April 2002, Lot 172