Alexej von Jawlensky - Meditation. Ein Brausen kam einher

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Alexej von Jawlensky

Meditation. Ein Brausen kam einher
1935

Öl auf Papier, auf Karton aufgezogen. 19 x 12,4 cm. Unter Glas gerahmt. Unten links rot monogrammiert 'A.J.', rechts rot datiert '35'. Rückseitig von Lisa Kümmel mit schwarzer Tusche bezeichnet "A. Jawlensky/ VII 1935/ N. 66" und wohl von Clemens Weiler mit blauem Kugelschreber bezeichnet "Ein Brausen kam daher". Auf der Rahmenpappe von Andreas Jawlensky mit schwarzer Tusche bezeichnet "A. Jawlensky/ Kleine Meditation Nr 66/VII 1935/ "Ein Brausen kam einher"/ 19,1 x 12,4 cm/ Öl auf Malpapier/ u.l.m.u.r.d." - In einwandfreier farbfrischer Erhaltung.

Das signierte und 1935 datierte Gemälde „Meditation. Ein Brausen kam einher“ gehört zur letzten bedeutenden Werkgruppe Jawlenskys. Mit den so genannten „Meditationen“ schloss er eine Entwicklung seines Schaffens ab, die mit den großen farbintensiven Köpfen in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg begonnen hatte, und die über die „Mystischen“ und „Abstrakten Köpfe“ der zwanziger Jahre eine fortschreitende farbliche und kompositorische Reduktion erfuhr. Mit dunklen Farben und wenigen schwarzen Linien reduzierte er die Gesichter auf das Nötigste. Bei der vorliegenden Arbeit ist die Nase eine breite, diagonale Linie, die Augen und der Mund sind dazu gegenläufige waagerechte Balken und die Zwischenräume sind farblich sparsam ausgefüllte Flächen. Die abstrahierten Gesichter sind losgelöst von jeglicher Individualisierung: „Die letzte Periode meiner Arbeiten hat ganz kleine Formate“, schreibt Jawlensky, „aber die Bilder sind noch tiefer und geistiger, nur mit der Farbe gesprochen. Da ich gefühlt habe, dass ich in Zukunft infolge meiner Krankheit nicht mehr werde arbeiten können, arbeitete ich wie ein Besessener diese meine kleinen Meditationen.“ (zit. aus: Lebenserinnerungen, in: Alexej von Jawlensky. Reisen, Freunde, Wandlungen, hg. von Tayfun Belgin, Ausst. Kat. Dortmund 1998, S. 119.) Diese über Jahre nur wenig variierten Kompositionen werden oft mit den russisch-orthodoxen Ikonen in Verbindung gebracht. Sicher ist, dass sie Jawlenskys künstlerische Suche nach einem Bild des Göttlichen darstellen und die Quintessenz seines Schaffens sind.

Werkverzeichnis

M. Jawlensky/Pieroni-Jawlensky/A. Jawlensky Bianconi Bd. III, Nr. 1720 mit ganzseitiger Farbabb. S. 167

Zertifikat

Wir danken Angelica Jawlensky Bianconi, Muralto, für freundliche ergänzende Informationen.

Provenienz

Nachlass des Künstlers; Andreas Jawlensky, Locarno; Privatbesitz Baden-Württemberg (1970 vom Vorbesitzer erworben); Privatsammlung Baden-Württemberg

Lot 13 Dα

Schätzpreis:
40.000 € - 60.000 €