Max Slevogt - Haus in Godramstein - Wolfgang mit Ziege

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Max Slevogt

Haus in Godramstein - Wolfgang mit Ziege
1909

Öl auf Leinwand. 75,6 x 62,1 cm. Gerahmt. Unten rechts schwarz bezeichnet 'Godramstein 1909'. - In sehr schöner, farbfrischer Erhaltung. Geringfügige Abreibungen an den Bildrändern.

Bei strahlendem Sonnenschein stehen wir mit dem Maler Max Slevogt auf dem Grundstück des klassizistischen Landhauses seiner Schwiegereltern im pfälzischen Godramstein. Links wird das prächtige Anwesen, das sogenannte „Schlössl“, sichtbar, das Slevogts Schwiegervater Peter Finkler, ein Unternehmer aus der Zigarren- und Tabakindustrie, hatte bauen lassen. Das herrschaftliche Gebäude ist von der Seite erfasst, so dass der von Pfeilern getragene Balkon und der über drei Stufen zu erreichende, westliche Eingang sichtbar werden. Der nur angeschnitten erkennbare Park rechts umfasste einen gepflegten Weingarten, dessen breiter Weg auf die Mittelachse des Gebäudes zulief. Als Blickpunkt auf dem Vorplatz diente Slevogt sein 1908 geborener Sohn Wolfgang in einem Handkarren und begleitet von einer Ziege. Die zwei spielenden Katzen auf den Stufen dürften Slevogts eigenen Vorlieben für diese Tiere geschuldet sein. Mit kürzeren und längeren Strichen, mit Tupfen und teils pastosen Flecken in hellem Rosé, golden schimmerndem Beige und allen Nuancen von Grün ist hier ein herrlicher Sommertag in Slevogts Wahlheimat der Pfalz wiedergegeben.
Von 1909 bis 1913 verbrachte Slevogt die Sommermonate regelmäßig in Godramstein, der Heimat seiner Frau Antonie. Das Leben in der kleinen Ortschaft in gepflegter landschaftlicher Umgebung bot Slevogt eine willkommene Abwechslung zum geschäftigen Treiben in Berlin, wo er seit 1901 lebte und mit zunehmendem Erfolg auch arbeitete. In erster Linie nutzte Slevogt die pfälzische Sommerfrische zur Entwicklung seiner Landschaftsmalerei, die in Bildern der Umgebung des Hauses, des Parks und der angrenzenden Orte ihren Niederschlag fand. Erst in dieser Zeitspanne um 1909/1910 löste er sich endgültig von der erlernten, dunkeltonigen Farbigkeit und entwickelte unter dem Eindruck von Édouard Manet, dessen Bilder er aus dem Kunstsalon von Paul Cassirer kannte, eine farbintensive und expressive Landschaftskunst.

Werkverzeichnis

Imiela 1968, S. 393 Anm. 13
Das Gemälde wird im Nachlassverzeichnis des Künstlers mit der Nachlassnummer 240 geführt.

Zertifikat

Wir danken Karoline Feulner, Max Slevogt-Forschungszentrum, GDKE, Landesmuseum Mainz für ergänzende Informationen.
Wir danken ebenfalls Bernhard Geil für ergänzende Informationen.

Provenienz

Bis 1932 im Besitz des Künstlers; Antonie Slevogt; Math. Lempertz'sche Kunstversteigerung 528, Köln, 25.11.1972, Lot 822; Privatsammlung Rheinland

Literaturhinweise

Die Kunst XXVII, 1926, Abb. S. 331; Kunst und Künstler XXVII, 1929, Abb. S. 9; Berthold Roland, Max Slevogt. Pfälzische Landschaften, München 1991, S. 96, mit Abb.

Ausstellung

Berlin 1928 (Preußische Akademie der Künste), Max Slevogt - Gemälde, Aquarelle, Pastelle, Zeichnungen - zu seinem 60. Geburtstage, Kat. Nr. 78 mit Abb.

Lot 47 Dα

Schätzpreis:
60.000 € - 80.000 €

Ergebnis:
138.600 €