Tisch von Abraham Roentgen
Kirsche, massiv und furniert, Einlage aus versilbertem graviertem Messing, Messingfilet. Elegantes Modell, noch im Stil der Régence-Epoche, auf hohen geschweiften Beinen mit reliefierten Akanthusblättern auf den Knien. Leicht vertiefte eckige Platte mit minimalistisch feinen Einlagen. H 71, B 71,5, T 45 cm.
Neuwied, um 1745.
Nach Abschluss seiner Ausbildung im väterlichen Betrieb verbrachte Abraham Roentgen seine Gesellenzeit auf Wanderschaft. Anfang der 1730er Jahre arbeitete er erst in den Niederlanden in Amsterdam, Den Haag und Rotterdam, im Anschluss, von 1733 bis 1738, in London. Dort kam er in Berührung mit Graf Nikolaus Ludwig von Zinzendorf, dem Gründer der Herrnhuter Brüdergemeine. Dieser schloss sich Roentgen 1738 an und siedelte sich mit seiner Frau in der neu gegründeten Siedlung Herrnhaag bei Büdingen an. Nach dem Umzug der Gemeine nach Neuwied konnte er, unterstützt durch das Angebot der Zunft- und Zollfreiheit, eine große, in vielen Bereichen spezialisierte Werkstatt aufbauen und Spitzenprodukte herstellen, die einem internationalen Standard entsprachen.
Provenienz
Bayerischer Privatbesitz.
Literaturhinweise
Fast identisch im Aufbau ist der Tisch aus dem Ysenburger Salon, heute im Roentgen Museum Neuwied, abgebildet bei Fabian, Abraham und David Roentgen. Das noch aufgefundene Gesamtwerk ihrer Möbel- und Uhrenkunst in Verbindung mit der Uhrmacherfamilie Kinzing in Neuwied. Leben und Werk, Verzeichnis der Werke, Quellen, Bad Neustadt 1996, Kat. Nr. 126.
S.a. Greber, Abraham und David Roentgen. Möbel für Europa, Bd. 2, Starnberg 1980, Abb.12.