Bedeutende 1584 datierte Tischuhr mit den Allegorien der Kardinaltugenden
Feuervergoldete Bronze/Messing, Zinn, Stahl. Tagesläufer mit Spindelgang und Stundenschlag. Drei gravierte Ziffernringe für Tag- und Nachtstunden, 24 Stunden und den Wecker. Getrennte Aufzüge für Geh- und Schlagwerk. Quadratisches Gehäuse, auf fünf Ansichtsseiten fein graviert. Um die Oberseite graviert: "QVID ME VERTENDO MISER ET QVATIENDO QVID VRGES AN NESCAS MECVM QVOD TVA VITA FLVIT ANO 1584". Umlaufende Darstellungen der "IVSTICIA", "FORTITVDO", "PRVDENTIA" und "TEMPERANCIA" mit entsprechenden lateinischen Versen. An zwei Seiten und im Boden stern- bzw. blütenförmig durchbrochene runde Schallöffnungen. Restauriert. H 9,7, B/T 15 cm.
Die Wappen auf zwei Seiten des Gehäuses sind identifiziert als die der Ahnen von Jacek Młodziejowski (verstorben 1604), dem Schatzmeister des polnischen Königs Stefan Batory (1533 - 1586). Dabei handelt es sich um die Wappen der Ślepowron, der Rawicz, der Nieczuja und der Topór. Jacek Młodziejowski war einer der höchsten Würdenträger im polnischen Köngreich. Nach seinem Studium an der Universität Krakau begann er 1570 in der königlichen Kameralistik zu arbeiten. Um Verlauf des Dezenniums erarbeitete er sich den Posten des obersten Notars und wurde 1580 königlicher Kämmerer. Außerdem war er oberster Verwalter der Salzbergwerke in Wieliczka und Bochnia. Abgesehen von seinem Familienwohnsitz in Młodziejowice besaß er Häuser in Krakau und Warschau, die mit wertvollsten Objekten zeitgenössischer Künstler und Manufakturen eingerichtet waren. Man kann davon ausgehen, dass er eine der bedeutendsten polnischen Kunstkammern besaß. Seine Ehefrau Agnieszka Wielicka, mit der er vier Söhne und drei Töchter zeugte, war die Tochter des Richters von Sandomierz.
Provenienz
Ursprünglich im Besitz von Jacek Młodziejowski (verstorben 1604), Schatzmeister des polnischen Königs Stefan Batory (1533 - 1586).
Privatsammlung.
Literaturhinweise
Vgl. Maurice, Die deutsche Räderuhr. Zur Kunst und Technik des mechanischen Zeitmessers im deutschen Sprachraum, Bd. II, München 1976, Abb. 569 ff., eine gleiche Uhr mit Zuschreibung "deutsch, Mitte 16. Jh.", heute im UPM Prag.