Bedeutende Art Déco-Tierplastik "L'Autruche"
Glasiertes Steinzeug. Runder Manufakturstempel Sèvres mit Datum "S 1928 G", gestempelt "Made in France", graviert "V.R." H 49, B 101, T 40 cm.
Manufacture nationale de Sèvres, das Modell von Gaston-Étienne Le Bourgeois, 1925, die Ausformung 1928.
Gaston-Étienne Le Bourgeois schuf das Modell dieser Tierfigur für den Garten des Sèvres-Pavillons auf der Pariser Weltausstellung von 1925. Unter der künstlerischen Leitung von Henri Rapin (1873 - 1939) präsentierte sich die Manufacture nationale de Sèvres auf der "Exposition internationale des Arts décoratifs et industriels modernes" mit einem visionären Ensemble aus zwei achteckigen Pavillons und einem zentralen Garten auf der Esplanade des Invalides. Für die Architektur des Pavillons verpflichtete man Pierre Patout (1879 - 1965) und Jacques-Émile Ruhlmann (1879 - 1933).
Der von Rapin gestaltete Garten galt als Höhepunkt der Inszenierung: eine geometrisch durchkomponierte Freiraumarchitektur mit Wasserbecken und keramischen Großplastiken, darunter die erste Fassung der hier angebotenen Straußenfigur.
Im darauffolgenden Jahr, 1926, wurde der Entwurf von Le Bourgeois von der Manufaktur Sèvres übernommen und ab 1928 in einer streng limitierten Auflage von nur fünf Exemplaren in glasiertem Steinzeug gefertigt.
Das hier angebotene Exemplar stammt aus dem Jahr 1928 und gehört zu dieser äußerst seltenen Serie.
Der Bildhauer und Dekorateur Gaston-Étienne le Bourgeois (1880 - 1946) spezialisierte sich auf Tierskulpturen. Seine Werke in Stein, Holz und Bronze wurden in den Pariser Salons gezeigt, im "Salon des Artistes décorateurs" und im "Salon d’automne". Schon 1921 fand seine erste Einzelausstellung im Musée des Arts Décoratifs in Paris statt. Von Louis Vuitton erhielt er den Auftrag, einige kleine Skulpturen in Elfenbein zu entwerfen. Heute befinden sich zahleiche seiner Plastiken und Skulpturen in französischem Staatsbesitz, unter anderem im Centre Pompidou, aber auch in privaten Sammlungen.