Brügger Meister, um 1621
Zwei Flügel eines Triptychons: Porträt des François de Villegas mit zwei Söhnen; Porträt seiner Frau Adrienne de Melgar mit einer Tochter. Auf den Rückseiten die Namenspatrone, die hl. Adrian und Franziskus
Öl auf Holz. 108 x 41,5 cm (Rahmenaußenmaße).
Jeweils unten rechts bzw. links datiert 1621.
Jeweils bezeichnet und datiert: io.R. FRANSOYS. DE VILLEGAS / SERG.T MAYOR. DER. STEDE VAN / BRVGGHE A. 1621 bzw. VRAVW. ADRIADNE. DE / MELGAR. A. 1621.
Vorliegendes Gemäldepaar zeigt François de Villegas mit seiner Ehefrau und drei seiner Kinder. Die Villegas zählten zu den wichtigen Familien im Brügge des frühen 17. Jahrhunderts. Die Tafeln waren bislang nicht bekannt, da sie sich bisher in Familienbesitz befanden. Über den Verbleib und das Aussehen der Mitteltafel des Triptychons ist nichts bekannt.
François de Villegas (ca. 1591-1636) heiratete Adrienne de Melgar am 20. März 1616 in der Kirche St. Salvator in Brügge. Im September 1617 wurde er Bürger der Stadt. Von 1618 bis 1624 war er Ratsherr. Im Anschluss wurde er zum Sergeant Major der Bürgerwache ernannt. In dieser Funktion war er verantwortlich für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und die Verteidigung der Stadt im Falle eines Krieges. Das Datum 1621 und die Inschriften auf den Tafeln, die auf dieses Amt verweisen, wurden nachträglich angebracht. Allerdings kann davon ausgegangen werden, dass die Porträts um 1621 in Brügge entstanden.
Die Frage nach der Autorschaft dieser sehr qualitätvollen und detailliert ausgeführten Porträts ist noch nicht abschließend geklärt. Augenfällig ist die Stilverwandtschaft zu Familienporträts von Peter II Claeissens und seiner Werkstatt. Die Familie der Claeissens porträtierte über mehrere Generationen Brügger Familien auf den Seitentafeln von Triptychen. Auf der Mitteltafel befand sich meist ein Andachtsbild. Prof. Erik Muls, dem wir für seine Hilfe bei der Katalogisierung dieses Lots danken, schlägt eine Zuschreibung an den Kreis von Peter Claeissens d. J. und dessen Sohn Jan Claeissens vor (schriftliche Mitteilung auf der Grundlage von Fotografien vom 28.7.2025).
Provenienz
Seit mehreren Jahrhunderten in belgischem Familienbesitz.