Jacob Willemsz de Wet
Der Triumph des Mordechai
Öl auf Holz. 61 x 84,5 cm.
Signiert unten links: J. de Wet f.
Der Triumph des Mordechai findet sich im Buch Esther (6,7-12) und erzählt die Geschichte Mordechais, Oheim der jüdischen Königin Esther, die mit Ahasver verheiratet ist. Als Mordechai die Ermordung Ahasvers vereitelt, will dieser ihn ehren und fragt seinen ersten Berater Haman, wie er einen Mann ehren könne, der ihm Gutes getan habe. Haman, der die Juden und Mordechai verachtet, glaubt, selbst der geehrte zu sein und rät dem König, diesem Mann königliche Kleider anzulegen und auf einem königlichen Ross reiten zu lassen, der von einem Fürsten geführt wird. Zu spät bemerkt Haman, dass Mordechai der Geehrte sein soll und er der Fürst, der das Ross führt. Das Gemälde zeigt Mordecchai, der prachtvoll gekleidet im Triumph durch die Stadt reitet, während Haman die Zügel hält.
Die biblische Erzählung um das Schicksal der Juden im persischen Exil war unter holländischen Künstlern beliebt, weil die Holländer darin ihren eigenen Kampf gegen die spanische Herrschaft präfiguriert sahen. Pieter Lastman, dessen Bedeutung für die Entwicklung der holländischen Historienmalerei kaum überschätzt werden kann, war der erste, der die Erzählung dargestellt hat (Museum het Rembrandthuis), von ihm beeinflusst schuf später Rembrandt seine berühmte Radierung. Jan de Wet selbst hat das Thema mehrmals behandelt (vgl. etwa die Version von 1637; RKD, Nr. 292921), diese Fassung scheint von Rembrandts Komposition beeinflusst.
Provenienz
Dr. A. Wieg Fine Art, Amsterdam. - Deutsche Privatsammlung.