Cornelis de Heem
Früchtestillleben mit Weinglas
Öl auf Holz. 33,3 x 25,1 cm.
Signiert unten links: C DE HEEM f.
Cornelis de Heem war der begabte Sohn von Jan Davidsz. de Heem, dem wohl angesehensten Stilllebenmaler des 17. Jahrhunderts. 1631 in Leiden geboren, wuchs der jüngere De Heem in Antwerpen auf und verbrachte die ersten sieben Jahre seiner Karriere dort, nachdem die Familie 1636 dorthin gezogen war. Im Jahr 1667 arbeitete er zusammen mit seinem Vater in Utrecht. Später ist er in Den Haag dokumentiert und kehrte 1691 nach Antwerpen zurück. Cornelis' früheste eigenständig signierte Werke stammen aus dem Jahr 1654. 1660/1661 ist er als Mitglied der Antwerpener Lukasgilde verzeichnet.
Dieses eindrucksvolle kleine Stillleben kann zu den feinsten Werken des Künstlers gezählt werden – ein exquisites Werk, das die hohe Wertschätzung rechtfertigt, die der Familie de Heem seit langem entgegengebracht wird. Datierbar in die späten 1650er Jahre ist diese hervorragend erhaltene Tafel ein frühes Beispiel für Cornelis' voll entwickelten persönlichen Stil. Die von seinem Vater geerbte akribische Handhabung der Farbe und die Liebe zum Detail verbindet der Sohn mit der kompositorischen Kreativität und brillanten Farbpalette, die seinen Werken ihre einzigartige Lebendigkeit und visuelle Fülle verleihen.
Die üppige Darstellung wird belebt durch den leuchtenden Dreiklang der Grundfarben Rot, Gelb und Blau in Form des schimmernden Rots der Kirschen und des Weines, des kräftigen Blaus der Satintischdecke und dem Gelb der Zitrone. Sehr sorgfältig gibt der Künstler die verschiedenen Früchte wieder - allen voran das Paradestück der niederländischen Stilllebenmalerei, die gewundene Zitronenschale, die der Komposition eine diagonale Aufwärtsbewegung verleiht. Die reife Feige in der Mitte ist so gemalt, dass jeder winzige Kern sichtbar ist. In der goldenen und silbernen Quaste links schimmert jeder einzelne metallische Faden im sanften Licht.
Dieses meisterliche Stillleben ist als Augenschmaus für den Betrachter gedacht und soll ihn durch die naturalistische Wiedergabe der Bildgegenstände beeindrucken. Zum anderen dürfte sich dahinter eine tiefere Bedeutung verbergen. Wein und Weintrauben sind christliche Symbole. Der Wein wird durch das elegante Glas im Stil der „Façon de Venise“ besonders hervorgehoben und könnte auf die Eucharistie anspielen. Die über den Rand des Glases herüberhängenden unreifen Erdbeeren sind ebenfalls ein Symbol für Christus.
Fred G. Meijer hat das Gemälde im Original begutachtet und hält es für ein ausgezeichnetes, verhältnismäßig frühes Werk aus Cornelis de Heems Œuvre, das in die späten 1650er Jahre zu datieren ist.
Provenienz
Familie Gladstone, Fasque House, Kincardineshire, Schottland, seit dem 19. Jahrhundert. - Bonham's, Knightsbridge, 15.12.1999, Lot 80. - Dort erworben von Robert Noortman, Maastricht. - Christie's, New York, 4.6.2014, Lot 14. - Privatsammlung, Vereinigte Arabische Emirate.