Lot 213 D

Rudolf Schlichter - Eugenie Perrot

Auktion 1279 - Übersicht Köln
05.12.2025, 11:00 - Moderne Kunst
Schätzpreis: 50.000 € - 70.000 €
Ergebnis: 65.520 € (inkl. Aufgeld)

Rudolf Schlichter

Eugenie Perrot
1934

Öl auf Leinwand. 70,7 x 50,2 cm. Gerahmt. Unten rechts weiß signiert und datiert 'R Schlichter 34'. - In schöner, farbfrischer Erhaltung.

Heinrich Perrot (1900-1975) gehörte zu den engsten Freunden Rudolf Schlichters. Sie kannten sich bereits seit ihrer gemeinsamen Kindheit in ihrer württembergischen Heimatstadt Calw. Die Familie Perrot hatte dort einen auf Turmuhren spezialisierten Betrieb aufgebaut, der bis heute existiert. Heinrich und seine hier porträtierte Frau Eugenie, geborene Schlatterer (1904-1972), verband ab den 1920er Jahren ein intensiver gemeinsamer Kontakt zu Schlichter und dessen Frau Elisabeth, gen. Speedy.
Schlichter schuf ein eindringliches Bildnis der Eugenie Perrot. Das ungeschminkte Gesicht der Dargestellten, die den Betrachter mit ernster Miene fixiert, wirkt wie ein Ruhepol innerhalb des stark belebten Bildgefüges. Hier konkurrieren ihre rot-weiß gemusterte Jacke und das grün-weiß karierten Sesselpolster miteinander um die Aufmerksamkeit, mit sichtlichem Vergnügen spielte Schlichter mit dem optischen Reiz des komplexen Liniengeflechts. Auch der exquisite Schmuck der Porträtierten zieht die Blicke auf sich und setzt Akzente in Gold, Blau und Violett.
Die unverfälschte Wiedergabe der Persönlichkeit war höchstes Ziel Schlichters, wie er schrieb: "Wer heute einen Menschen porträtiert, der [...] muss es eben realistisch tun, d.h. er muss das Gesicht dieses Menschen wiedergeben so wie es ist, als lebende Persönlichkeit mit ihren vielen Möglichkeiten und ihrer menschlichen Brüchigkeit." (zit. nach: Ausst. Kat. Eros und Apokalypse, op. cit., S. 30).

Provenienz

Ab 1934 in Familienbesitz Süddeutschland; Privatbesitz Süddeutschland

Ausstellung

Berlin/Stuttgart 1984 (Staatliche Kunsthalle/Württembergischer Kunstverein), Rudolf Schlichter, Kat. Nr. 15 (auf dem Keilrahmen mit den Etiketten); Koblenz/Halle 2015/2016 (Mittelrhein Museum/Kunstverein Talstrasse), Rudolf Schlichter. Eros und Apokalypse, Kat. Nr. 68, S. 142f. mit ganzseitiger Farbabb.