Alfred Kubin - Der tote Kaiser

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Alfred Kubin

Der tote Kaiser
Um 1902/1904

Tuschfederzeichnung und Bleistift 38,8 x 32 cm Unten rechts signiert - Im breiten Rand minimal unfrisch, mit kaum merklichem Lichtrand.

1903 erschien die erste Illustration von Alfred Kubin für "Tristan" von Thomas Mann im Fischer Verlag, und das Wiener Publikum wurde im selben Jahr durch den Artikel "Ein österreichischer Goya" in der Wiener Abendpost von Richard von Schaukal - über Franz Blei mit Alfred Kubin bekannt - auf ihn aufmerksam. Der Vergleich mit Goya scheint nicht abwegig, erzielt Kubin doch ebenso mit wenigen Mitteln ein gewisses Maß an Unbehagen mit seinen unterschwellig makabren Zeichnungen. "Gegen Ende des Jahres 1903, das Erfolge und neue Eindrücke gebracht hatte, wurde Kubin durch den plötzlichen Tod seiner Braut Emmy Bayer am 1. Dezember schwer getroffen. Das persönliche Erlebnis steigerte seinen Pessimismus bis zum Überdruß am eigenen Leben. [...] 'Der Tod, das Nichts, ist das Ziel der Welt ... Jeder läuft wie eine Maschine den vorgezeichneten Weg unbedingt ab'," schreibt Kubin seiner Schwester am 2.2.1904 (Hans Bisanz, Alfred Kubin, Zeichner, Schriftsteller und Philosoph, München, Salzburg 1977, S. 16) So ist auch bei der vorliegenden Zeichnung die Büste Napoleons jugendstilhaft schön umrissen, doch der große Umraum thematisiert im diffusen Leuchten das Nichts.

Provenienz

Galerie Berggruen, Paris (1987)

Lot 841 Dα

Schätzpreis:
14.000 € - 16.000 €

Ergebnis:
27.140 €